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Mit Beiträgen von Andrea Kretschmann und Christoph Schönberger

Die politische Zugehörigkeit zu einem Reich oder Staat folgt historisch unterschiedlichen rechtlichen Regeln. Neuere politische Bewegungen suchen die Zugehörigkeit zu einem historischen „Deutschen Reich“ gegen den gegenwärtigen deutschen Staat auszuspielen. Welche historischen Argumentationen und politischen Absichten liegen diesem Konflikt zugrunde? In welchem Zusammenhang stehen diese Konflikte um Staatsbürgerschaft zu übergreifenden politischen Ordnungsvorstellungen und sozialen Konstellationen?

Andrea Kretschmann ist Professorin für Kultursoziologie an der Leuphana Universität Lüneburg, assoziierte Forscherin im Projekt „Staat, Recht und politischer Konflikt“ des Centre Marc Bloch in Berlin sowie an der Leuphana Law School. 2020 veröffentlichte sie zusammen mit Walter Fuchs in der Zeitschrift für Rechtssoziologie den Beitrag „Gegengründungen: Antidemokratische Staatsverweigerung“ über „Reichsbürger“ und „Selbstverwalter“ in Deutschland und Österreich.

Christoph Schönberger ist Professor für Staatsrecht, Staatsphilosophie und Recht der Politik an der Universität zu Köln. Zusammen mit Sophie Schönberger hat er den Band „Die Reichsbürger. Verfassungsfeinde zwischen Staatsverweigerung und Verschwörungstheorie“ (Campus 2020) herausgegeben; die Bundeszentrale für politische Bildung veröffentlichte ein Gespräch mit beiden unter dem Titel „Das Reich komme! Aber woher? Und wohin? Über die Wurzeln der Reichsbürger und das dünne Eis unter unserem Rechtssystem“ als online verfügbaren Podcast.

Staatsbürgerschaft vs. …

Staatsbürgerschaft entwickelte und entwickelt sich fortwährend in Auseinandersetzung mit konkurrierenden Prinzipien der Zugehörigkeit. Welche anderen Vorstellungen ideologischer, politischer und religiöser Zugehörigkeit haben „Staatsbürgerschaft“ und „Staatsangehörigkeit“ in Geschichte und Gegenwart herausgefordert und in Frage gestellt?

In der Reihe „Staatsbürgerschaft vs. …“ nehmen Historikerinnen und Juristen, Politikwissenschaftlerinnen und Soziologen an vier Abenden das Verhältnis zu konkurrierenden Ordnungsprinzipien in den Blick und diskutieren die Konfliktlinien, die anhand dieser Gegenentwürfe sichtbar werden. Dabei wird es darum gehen, Staatsbürgerschaft als eine historisch bedingte, nicht überzeitlich gegebene Form der Ordnung politischer Zugehörigkeit erkennbar zu machen.

Die Reihe wird von Dieter Gosewinkel, dem Kurator der Ausstellung „Staatsbürgerschaften. Frankreich, Polen, Deutschland seit 1789“, moderiert.

Weitere Veranstaltungen der Reihe „Staatsbürgerschaft vs. …“ finden Sie hier.