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Mit Beiträgen von Seyla Benhabib und Ayelet Shachar

Die an einen partikularen Staat gebundene Staatsbürgerschaft steht im Gegensatz zu einer universalistisch begriffenen Weltbürgerschaft. Spannungen zwischen den beiden Prinzipien brechen auf, wenn die zufällige Zugehörigkeit zu einem Staat qua Geburt die Lebenschancen von Menschen weltweit ungleich bestimmt. Was sind die Vor- und Nachteile eines weltweit dominierenden Prinzips der Staatsbürgerschaft? Was sind demgegenüber die Vorteile und Durchsetzungschancen eines Systems der Weltbürgerschaft?

Seyla Benhabib ist Eugene Meyer Professor of Political Science and Professor of Philosophy an der Yale University sowie Senior Fellow am Center for Contemporary Critical Theory an der Columbia University. Sie ist Mitherausgeberin der „Blätter für deutsche und internationale Politik“; zu ihren zahlreichen Veröffentlichungen gehören die Monographien „Die Rechte der Anderen. Ausländer, Migranten, Bürger“ (Suhrkamp 2017), „Kosmopolitismus ohne Illusionen. Menschenrechte in unruhigen Zeiten“ (Suhrkamp 2016) und „Kosmopolitismus und Demokratie. Eine Debatte“ (Campus 2008).

Ayelet Shachar ist Professor of Law, Political Science and Global Affairs und Inhaberin des R.F. Harney Chair in Ethnic, Immigration and Pluralism Studies an der University of Toronto. Von 2015 bis 2020 war sie Direktorin der Abteilung für Ethik, Recht und Politik des Max-Planck-Instituts zur Erforschung multireligiöser und multiethnischer Gesellschaften. Sie ist Lead Editor des Oxford Handbook of Citizenship und Autorin u.a. der Bücher „The shifting border: Legal cartographies of migration and mobility“ (Manchester University Press 2020) und „The Birthright Lottery. Citizenship and Global Inequality“ (Harvard University Press 2009).

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Staatsbürgerschaft vs. …

Staatsbürgerschaft entwickelte und entwickelt sich fortwährend in Auseinandersetzung mit konkurrierenden Prinzipien der Zugehörigkeit. Welche anderen Vorstellungen ideologischer, politischer und religiöser Zugehörigkeit haben „Staatsbürgerschaft“ und „Staatsangehörigkeit“ in Geschichte und Gegenwart herausgefordert und in Frage gestellt?

In der Reihe „Staatsbürgerschaft vs. …“ nehmen Historikerinnen und Juristen, Politikwissenschaftlerinnen und Soziologen an vier Abenden das Verhältnis zu konkurrierenden Ordnungsprinzipien in den Blick und diskutieren die Konfliktlinien, die anhand dieser Gegenentwürfe sichtbar werden. Dabei wird es darum gehen, Staatsbürgerschaft als eine historisch bedingte, nicht überzeitlich gegebene Form der Ordnung politischer Zugehörigkeit erkennbar zu machen.

Die Reihe wird von Dieter Gosewinkel, dem Kurator der Ausstellung „Staatsbürgerschaften. Frankreich, Polen, Deutschland seit 1789“, moderiert.

Weitere Veranstaltungen der Reihe „Staatsbürgerschaft vs. …“ finden Sie hier.