Reverse Shot. Bilder deutscher Verbrechen in Europa
Ein Vermittlungsprojekt

Gemeinsam mit jungen Erwachsenen wird eine digitale Webanwendung zum kritischen Umgang mit Fotografien deutscher Verbrechen im Zweiten Weltkrieg entwickelt. Ausgangspunkt ist der Bestand des Propaganda-Kompanie-Fotografen Gerhard Gronefeld in der Sammlung des DHM.
Täterfotografien prägen bis heute die Wahrnehmung der deutschen Verbrechen im Zweiten Weltkrieg. Zugleich verändern künstliche Intelligenz und digital manipulierte Bilder den Umgang mit fotografischen Quellen grundlegend. Vor diesem Hintergrund wird die Webanwendung während der deutschen Besatzung entstandene Fotografien kritisch analysieren und ihnen die Perspektiven der Opfer gegenüberstellen.
Anhand konkreter Beispiele aus West- und Osteuropa werden zentrale Aspekte der deutschen Besatzungsherrschaft vermittelt – vom Besatzungsalltag über Zwangsarbeit und „Partisanenbekämpfung“ bis hin zu Vernichtungskrieg und Völkermord. Die Webanwendung soll die Fähigkeit fördern, solche Bilder kritisch zu lesen, ihre Entstehungskontexte zu hinterfragen und Leerstellen sichtbar zu machen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der partizipativen Entwicklung der Anwendung. Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe II, Auszubildendensowie Studierende beteiligen sich in Workshops und Case Studies an der Konzeption und Evaluierung. Ein wichtiger Partner ist das Historische Seminar der Universität Leipzig, wo Raphael Gross als Lehrbeauftragter ein projektbegleitendes Seminar anbieten wird.
Das Projekt wird aus Mitteln des Bundesministeriums der Finanzen (BMF) gefördert und im Rahmen des Förderprogramms Bildungsagenda NS-Unrecht von der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ) umgesetzt.


