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Das Werk „Flüsterbänke“ von Shannon Bool (Berlin/Mainz) wird künftig das vom Deutschen Historischen Museum (DHM) genutzte Zeughaus in Berlin-Mitte als Kunst am Bau bereichern. Mit ihrem Entwurf setzte sich die Künstlerin in einem vom Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) durchgeführten Wettbewerb durch. Die Ausstellung der Wettbewerbsergebnisse ist noch bis zum 11. Oktober 2026 im Pei-Bau des DHM zu sehen. 

Seit Anfang der 1990er-Jahre ist das Zeughaus Hauptsitz des DHM und Ort seiner Dauerausstellung zur deutschen Geschichte. Aufgrund notwendiger umfangreicher Modernisierungsmaßnahmen ist das Zeughaus derzeit geschlossen. Im Zusammenhang mit den Bauarbeiten soll das Foyer des Gebäudes um zeitgenössische Kunst am Bau ergänzt werden, die sich mit der wechselhaften Geschichte des Ortes auseinandersetzt, aber Besucherinnen und Besucher auch zur Reflexion oder zum Austausch einlädt.

Um einen geeigneten Entwurf zu ermitteln, führte das BBR im Auftrag der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) als Bauherrin einen Einladungswettbewerb durch. In der Preisgerichtssitzung am 3. September 2026 entschied sich das Preisgericht einstimmig für den Entwurf der gebürtigen Kanadierin Shannon Bool. Die Arbeit von Leon Kahane unter Mitarbeit von Bundschuh Architekten (beide Berlin) wurde mit einer Anerkennung ausgezeichnet. 

Der mit dem 1. Preis ausgezeichnete Entwurf mit dem Titel „Flüsterbänke“ setzt sich aus zwei geschwungenen, sich elliptisch gegenüberstehenden Bänken zusammen. Damit bilden sie ein ebenso skulpturales wie funktionales Element. In diese Bänke sind verschiedene historische Graffiti, Zeichen und Symbole mit Bezug zur deutschen Geschichte eingraviert – von mittelalterlichen Gravuren bis hin zu Botschaften von während der NS-Zeit inhaftierten Widerstandskämpfern. Bei der Materialwahl entschied sich die Künstlerin für Saalburger Rotmarmor. Dieser ist eng mit repräsentativer Herrschaftsarchitektur, mit Palästen und Kirchen, aber auch mit Bauten aus der Zeit des Nationalsozialismus verbunden.

Vom 25. September bis zum 11. Oktober 2026 werden alle Wettbewerbsbeiträge im 2. Obergeschoß des Pei-Baus präsentiert. Die Ausstellung ist täglich zwischen 10 und 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.