Welche Geschichten Objekte erzählen: „Objekt im Blick“ und „Speed Dating mit der Sammlung“ im DHM
Begleitend zur Ausstellung „Objekte. Geschichte. Geschichten. Blick in die Sammlung“
Welche Geschichten erzählen Objekte – über sich, ihre Zeit und die Museumssammlung? Ob in der Reihe „Objekt im Blick“ oder beim „Speed Dating mit der Sammlung“: Im September und Oktober 2026 lädt das Deutsche Historische Museum begleitend zur Ausstellung „Objekte. Geschichte. Geschichten. Blick in die Sammlung“ (noch bis 31.10.2027) dazu ein, seine Sammlung näher kennenzulernen.
In der Reihe „Objekt im Blick“ rücken Expertinnen und Experten des DHM zusammen mit Gästen aus internationalen Universitäten und Museen Objekte der Ausstellung in den Fokus und begeben sich gemeinsam auf Spurensuche. Im Mittelpunkt der Veranstaltung am 2. September 2026 steht mit dem „Lied der Deutschen“ ein vielsagendes Geschenk: Bundesregierung und Bundeskanzler übergaben Heinrich Hoffmann von Fallerslebens Text- und Notenblatt aus dem Jahr 1841 dem DHM anlässlich seiner Gründung 1987. Daniel Morat (Kurator des Bereichs 19. Jahrhundert der neuen Ständigen Ausstellung am DHM), Pamela M. Potter (Professor in German and Music an der University of Wisconsin-Madison) und Yvonne Wasserloos (Professorin für Musikwissenschaft an der Universität Mozarteum Salzburg) beleuchten, wofür Musik und Strophen des Lieds in seiner Entstehungszeit, in der Weimarer Republik, im Nationalsozialismus und im geteilten Deutschland standen – und welches Fundament es für die Sammlung des neu gegründeten Museums bildete.
Am 7. Oktober 2026 widmet sich die Reihe mit der Ortenburg-Bibel einer folgenreichen Schrift: Von dieser frühen Ausgabe der Lutherbibel aus dem Jahr 1535 gab es im Druck auf Pergament nur zehn Exemplare; eines befindet sich heute im DHM. Matthias Miller (Leiter der Bibliothek und der Sammlung Handschriften – Alte und wertvolle Drucke am DHM), Ursula Rautenberg (Professorin em. für Buchwissenschaft an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg) und Stefan Wild (Lokalhistoriker und 3. Bürgermeister der Marktgemeinde Ortenburg) diskutieren, welche weitreichenden, auch politischen Folgen diese Bibel für die deutsche Geschichte im Allgemeinen und ihren früheren Besitzer im Besonderen hatte – und welche Bedeutung für die Bibliothek des Museums heute. Die Reihe wird von Julia Voss (Wissenschaftliche Mitarbeiterin Ausstellungsprogramm am DHM) moderiert.
Sechs Objekte in 60 Minuten: Am 9. September und 14. Oktober 2026 lädt das DHM zum „Speed Dating mit der Sammlung“ in die Ausstellung ein. Die Museumsgäste haben dabei die Chance, in den Austausch mit dem Ausstellungsteam zu treten und sechs ausgewählten Objekten in 60 Minuten näherzukommen. Wie im Speed Dating geht es nach jedem Gong weiter – doch am Ende bleibt Zeit, noch einmal genau hinzusehen.
Kommende Termine der Reihe „Objekt im Blick“:
Mi, 2.9.2026, 18.30 Uhr, Pei-Bau
Das „Lied der Deutschen“
Mit Daniel Morat, Kurator des Bereichs 19. Jahrhundert der neuen Ständigen Ausstellung, Pamela M. Potter, Professor in German and Music an der University of Wisconsin-Madison, und Yvonne Wasserloos, Professorin für Musikwissenschaft an der Universität Mozarteum Salzburg
Mi, 7.10.2026, 18.30 Uhr, Pei-Bau
Die Ortenburg-Bibel
Mit Matthias Miller, Leiter der Bibliothek und der Sammlung Handschriften – Alte und wertvolle Drucke, Ursula Rautenberg, Professorin em. für Buchwissenschaft an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, und Stefan Wild, Lokalhistoriker und 3. Bürgermeister der Marktgemeinde Ortenburg
Die vergangenen Veranstaltungen über einen osmanischen Helm sowie den Morgenrock der Königin Luise von Preußen können im DHM Journal nachgehört werden: Programm | Deutsches Historisches Museum Journal
Kommende Termine der Reihe „Speed Dating mit der Sammlung“:
Mi, 9.9.2026, 18.30 Uhr, Pei-Bau
mit Dorlis Blume, Projektleiterin, Wolfgang Cortjaens, Kurator, und Simon Sacha, Wissenschaftlicher Volontär
Mi, 14.10.2026, 18.30 Uhr, Pei-Bau
mit Dorlis Blume, Projektleiterin, Wolfgang Cortjaens, Kurator, und Martin Koch, Projektassistent
Die Teilnahme an beiden Veranstaltungsreihen ist kostenfrei. Anmeldung und weitere Informationen unter dhm.de/programm
Zur Ausstellung:
Ein Königsberger Brettspielkasten aus Bernstein von 1607, der Morgenrock der Königin Luise von 1806, das Plakat zur Ausstellung „40 Jahre DDR“ in Ost-Berlin oder das Stockbett aus einer Unterkunft für Geflüchtete in Kassel von 2015 – die Sammlung des Deutschen Historischen Museums umfasst etwa eine Million Objekte deutscher Geschichte. Noch bis zum 31. Oktober 2027 präsentiert das DHM eine Auswahl von rund 200 teilweise noch nie gezeigten Beständen, überraschenden Funden und Neuzugängen. Die Ausstellung „Objekte. Geschichte. Geschichten. Blick in die Sammlung“ gibt im Pei-Bau Einblicke in die Praxis des Sammelns und befragt die vorgestellten Exponate nach ihrer Herkunft und Bedeutung.
Im ersten Teil widmet sich die Ausstellung der Sammlung des DHM als solcher, die im Verlauf ihres 150-jährigen Bestehens selbst zu einem historischen Zeugnis geworden ist. Der Rundgang folgt prägenden Epochen der wechselvollen Hausgeschichte zwischen 1883 und 2006: der „Ruhmeshalle der preußisch-brandenburgischen Armee“, dem Heeresmuseum des NS-Regimes, dem Museum für deutsche Geschichte der DDR und der Zusammenführung mit dem 1987 in West-Berlin gegründeten DHM.
In diesem Teil der Ausstellung sind Objekte und Konvolute zu sehen, die stellvertretend für den Sammlungsschwerpunkt und das Geschichtsbild der jeweiligen Epoche stehen: Ob ein Uniformrock der preußischen Infanterie, eine japanische Samurai-Rüstung, die als Geschenk der Kaiserlichen Militärischen Reservisten-Vereinigung an Adolf Hitler gelangte, ein sozialistischer Tischschmuck als Staatsgeschenk aus Nordvietnam an die DDR oder der Erstdruck der deutschsprachigen Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten von Amerika – Exponate hatten immer auch eine politische Bedeutung. Die Praxis des Sammelns war zu keiner Zeit beliebig.
Die Sammlungsschau betrachtet Geschichte unter einem besonderen Blickwinkel: Geschichte wird zumeist als Abfolge und Veränderung in der Zeit verstanden. Sie erzählt aber auch vom Wandel im Raum. Im zweiten Teil der Ausstellung rücken deshalb Orte, Schauplätze und Regionen in den Fokus. Ausgewählte Objektgeschichten erzählen von umkämpften Herrschaftsräumen und höfischer Diplomatie, von Kolonisierung und der Erschließung neuer Handelsrouten ebenso wie von verschwundenen Orten, von Grenzen, Flucht und Exil.
Pressefotos zur Ausstellung finden Sie im Pressebereich der DHM-Website.

Design: DHM/ State Productions