Die Staatsanwaltschaft gegen Klaus Barbie 1987
Verhandlungen. Kolonialismus und Nationalsozialismus vor Gericht

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- Pei-Bau
- Erwachsene
- Eintritt frei
Der Prozess gegen den ehemaligen Gestapo-Chef von Lyon fand erst Jahrzehnte nach den von ihm begangenen Verbrechen und nach langwierigen internationalen Interventionen statt. Sein Verteidiger Jacques Vergès stellte dabei konsequent die Legitimität des Gerichts infrage, indem er auf die koloniale Gewaltgeschichte Frankreichs verwies. Welche Bezüge zwischen Nationalsozialismus und Kolonialismus wurden im Prozess hergestellt? Und wie wirkten diese Argumente im gesellschaftlichen Diskurs auf die Wahrnehmung der Kriegs- und Besatzungszeit – und nicht zuletzt auch der Gegenwart – zurück?
Mit Jan Gerber, Annette Wieviorka u.a.
Moderiert von Claus Leggewie
Verhandlungen. Kolonialismus und Nationalsozialismus vor Gericht
Die USA gegen Otto Ohlendorf u.a. (1947/48), das Militärgericht gegen Djamila Boupacha (1960/61), die Staatsanwaltschaft gegen Klaus Barbie (1987), Mutua u.a. gegen Großbritannien (2012): Vier Prozesse, in denen es um koloniale und nationalsozialistische Gewalt ging – und im Gerichtssaal selbst oder in den begleitenden Debatten auch um deren Vergleich. Was wurde angeklagt, wie wurde verteidigt? Welche gesellschaftlichen und geschichtspolitischen Auseinandersetzungen der 1940er, 1960er, 1980er und 2010er Jahre wurden hier mitverhandelt?