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Im sogenannten Einsatzgruppen-Prozess zeigten sich besonders deutlich Vorstellungen von kolonialer Gewalt, „Zivilisation“ und Massenverbrechen, die Teil der Verteidigungsstrategien der Angeklagten waren und der Relativierung ihrer Taten dienten. Wie wurden andere Verbrechenskomplexe aufgerufen oder gegeneinander abgegrenzt? Welche Bedeutung hatten solche Bezugnahmen für die zeitgenössische Rezeption und die frühe Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus?

Mit Alexa Stiller u.a.

Moderiert von Claus Leggewie

Verhandlungen. Kolonialismus und Nationalsozialismus vor Gericht

Die USA gegen Otto Ohlendorf u.a. (1947/48), das Militärgericht gegen Djamila Boupacha (1960/61), die Staatsanwaltschaft gegen Klaus Barbie (1987), Mutua u.a. gegen Großbritannien (2012): Vier Prozesse, in denen es um koloniale und nationalsozialistische Gewalt ging – und im Gerichtssaal selbst oder in den begleitenden Debatten auch um deren Vergleich. Was wurde angeklagt, wie wurde verteidigt? Welche gesellschaftlichen und geschichtspolitischen Auseinandersetzungen der 1940er, 1960er, 1980er und 2010er Jahre wurden hier mitverhandelt?

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