Willi Baumeister, Afrikanische Legende, Ausschnitt

Geschichte der Sammlung

Die Kunstsammlungen, die das Deutsche Historische Museum verwaltet, teilen sich im Wesentlichen in vier große Sammlungsbereiche auf.

Ein großer Teil der Bestände stammt aus dem Konvolut, das das Museum für Deutsche Geschichte (MfDG) zwischen seiner Gründung 1952 und dem Ende der DDR bis 1989 erworben und gesammelt hat. Direkt nach seiner Gründung beauftragte das Museum Künstler, Bilder für geplante Ausstellungsvorhaben zu malen. So wurden für die Ausstellung zum Leben Karl Marx’ 1953/54 gleich mehrere Werke bei verschiedenen Künstlern in Auftrag gegeben.
Aber nicht nur Persönlichkeiten, auch die Leistungen der DDR wurden durch bildliche Darstellungen gewürdigt und Künstler beauftragt, diese in Öl zu malen. In diese Reihe gehören etwa die vielfältigen Darstellungen der Stalinallee, ein Prestigeobjekt der DDR. „Baustelle Weberwiese“ von Lothar Howald gehört mit zu den gelungenen Beispielen jener Auftragskunst.
In den 1960er Jahren besann sich das MfDG auf die politischen Maler der Weimarer Zeit. Die Mitarbeiter kauften meist direkt bei den Künstlern Bilder aus den 1920er Jahren. Es entstand eine bedeutende und umfangreiche Sammlung zur politischen Kunst jener Jahre. Mit der Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990 wurden diese Sammlungen dem Deutschen Historischen Museum (DHM) übergeben.

Das Deutsche Historische Museum selbst hat seit seiner Gründung 1987 ebenfalls einen Bestand an Bildwerken erwerben können, die, dem Auftrag des Museums entsprechend, Geschichte im europäischen Kontext darstellen. Aus der Zeit bis 1945 sind dies zum Beispiel die Werke von Lovis Corinth, Käthe Kollwitz und von dem 1944 in Auschwitz ermordeten Felix Nussbaum. Auch die bundesrepublikanische Geschichte ist mit einigen Werken beispielhaft vertreten. So ist Willy Baumeister mit seiner „Afrikanischen Legende“ ebenso wie Hubertus von Pilgrims Adenauerkopf zu finden.

Ein großer Gemäldebestand stammt aus Reichsbesitz, der 1990er Jahre dem Museum übergeben wurde. Lange Jahre waren diese Werke – aus dem „Haus der Deutschen Kunst“, die dort zwischen 1937 und 1944 in den sogenannten „Großen Deutschen Kunstausstellungen“ gezeigt wurden – in der Verwaltung der Oberfinanzdirektion des Hauptzollamtes in München verblieben.

Das letzte größere Konvolut kam 2007 in die Sammlung. Es handelt sich um Bilder, die in den späten 1940er Jahren als „German War Art Collection“ in die USA gebracht worden und in den 1950er und 1980er Jahren der Bundesrepublik Deutschland zurück übertragen worden waren. In diese Gruppe gehört beispielsweise das Werk von Karl Decker, Frankreich 1940.

Der Sammelschwerpunkt zum Nationalsozialismus führte dazu, dass das Museum drei große Datenbanken ins Netz gestellt hat. Es handelt sich um die Datenbank zum „Sonderauftrag Linz“ (2008), zum „Central Collecting Point“ (2010) und zur Sammlung Herman Görings. Sie stehen den Provenienzforschern weltweit zur Verfügung.