Urkunde von Winrich von Kniprode Hochmeister des Deutschen Ordens über die Belehnung des Herrn von Merimen mit dem Gut Powersen (Ausschnitt), 18. Februar 1374, © Deutsches Historisches Museum

Geschichte der Sammlung

Historische Primärquellen und Dokumente vom Frühen Mittelalter bis zum Beginn des Ersten Weltkrieges (9. Jh. bis 1914)

Die Objekte der Sammlung stammen aus Altbeständen des Museums für Deutsche Geschichte (MfDG) sowie aus Ankäufen und Schenkungen des Deutschen Historischen Museums (DHM) seit dessen Gründung 1987.

Zu den größeren zusammenhängenden Erwerbungen der letzten Jahre zählen:

  • Kartensammlung aus dem ehemaligen Besitz der Reichsfürsten zu Oettingen-Wallerstein: Werke bedeutender deutscher, niederländischer und französischer Kartographen des 16. bis 18. Jahrhunderts, 1.601 Objekte

Dokumente ab 1914

Die Sammlung Dokumente ab 1914 hat verschiedene Ursprünge. Die Zusammensetzung der Bestände ist, wie praktisch in allen Sammlungen des DHM, vor dem Hintergrund der deutschen Wiedervereinigung zu verstehen. So spiegelt die Sammlungsgeschichte ein Stück weit auch die deutsche Geschichte des vergangenen Jahrhunderts wider.

Die Sammlung Dokumente ab 1914, vormals Sammlung Zeitgeschichtliche Dokumente, existiert in ihrer heutigen Struktur seit 1990. Nach der Auflösung des DDR-Museums für Deutsche Geschichte (MfDG) waren dessen Bestände am 3. Oktober 1990 dem drei Jahre zuvor in West-Berlin gegründeten Deutschen Historischen Museum übertragen worden. Mit der Zusammenlegung der Bestände entschied man sich für eine Neustrukturierung der Dokumente-Sammlung, aus der zwei chronologisch unterteilte Bereiche hervorgingen. Als Zäsur wählte man den Beginn des Ersten Weltkriegs.

Die Ursprünge der Sammlung des Museums für Deutsche Geschichte (MfDG):

Die 1952 im MfDG gegründete Dokumentensammlung übernahm in den 1950er Jahren u.a. größere Bestände aus dem Deutschen Institut für Zeitgeschichte (DIZ), dem SED-Landesarchiv Dresden sowie aus der Deutschen Bücherei in Leipzig. Hierunter fanden sich vor allem Dokumente zur Bewirtschaftung im Ersten Weltkrieg sowie Flugschriften aus den Wahlkämpfen der Weimarer Republik.

In den 1960er bis 1980er Jahren wuchs die Sammlung überwiegend durch Schenkungen von Parteien und Massenorganisationen sowie Volkseigenen Betrieben der DDR, die für konkrete Ausstellungsvorhaben oder zu historischen Ereignissen und Entwicklungen angefragt wurden.
Auch Dokumente aus der Bundesrepublik wurden gesammelt: Es gibt zahlreiche Schriften der KPD, der DKP und diverser pro-kommunistischer Vereinigungen, mit denen das MfDG regelmäßig aus erster Hand beliefert wurde.

Die Sammlungstätigkeit des Deutschen Historischen Museums (DHM):

Das neu gegründete DHM stand 1987 vor der Herausforderung, ohne eine bereits bestehende Sammlung ein Museum aufzubauen. Erste Bestände wurden überwiegend von Händlern, Antiquariaten und Auktionshäusern erworben oder stammten aus Schenkungen bzw. Ankäufen von Privatpersonen.
Nach dem Fall der Mauer im November 1989 sammelten sowohl das MfDG als auch das DHM gezielt nach Zeugnissen, die die untergehende DDR hinterließ. Dadurch ist die Zeit der Wende und der deutschen Wiedervereinigung in der heutigen Sammlung gut dokumentiert.

Anfang der 1990er Jahre überwog der in fast vierzigjähriger systematischer Sammeltätigkeit zusammengetragene Bestand des MfDG. Dieses Ungleichgewicht konnte jedoch in den letzten zwanzig Jahren durch eine intensive Sammeltätigkeit weitgehend abgebaut werden. 

Unter der Ägide von Dr. Burkhard Asmuss (1951–2012), der die Sammlung von 1992 bis 2012 leitete, lag der Schwerpunkt der Sammlungsarbeit seit den 1990er Jahren auf der Neuordnung und der EDV-gestützten Erfassung des riesigen Bestandes. Jährlich werden zwischen 3.000 und 4.000 Dokumente für die Sammlung inventarisiert, darunter befinden sich Dokumente aus Altbeständen des MfDG ebenso wie Neuzugänge.

Die Neuerwerbungen beschränken sich zurzeit im Wesentlichen auf Übernahmen aus privater Hand oder den zielgerichteten Ankauf von Einzelstücken für aktuelle Ausstellungsvorhaben.