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Die Robe à la française mit kunstvollen Stickereien besteht aus einem Manteau und einem Rock mit Pailletten- und Kantillenapplikationen auf himmelblauer Seide. Die Ballonmotive verweisen auf ein Ereignis, das Europa 1783 in Euphorie versetzte: die ersten erfolgreichen Heißluftballonfahrten der Brüder Joseph Michel und Jacques Étienne Montgolfier. Ihre Experimente wurden von großem öffentlichem Interesse begleitet, vielfach nachgeahmt und auf Grundlage neuer naturwissenschaftlicher Erkenntnisse weiterentwickelt. 
Das zweiteilige Seidenkleid greift diese Begeisterung für die sogenannten „aerostatischen Maschinen“ auf und übersetzt sie in Mode. Darstellungen von Luftfahrzeugen greifen den bereits im Mythos von Dädalus und Ikarus beschriebenen Menschheitstraum von der Eroberung des Himmels und das damit verbundene Fortschrittsversprechen auf. Zugleich zeigt das Objekt, dass Mode im späten 18. Jahrhundert als kulturelle Praxis etabliert war, die aktuelle Ereignisse aufgriff und verbreitete. 

Die Ballonmode war von kurzer Dauer. Als ab 1785 erste Ballons abstürzten und Menschen dabei zu Tode kamen, schlug die Faszination in Skepsis um. Das Kleid dokumentiert insofern sowohl den Optimismus der Aufklärung als auch die Grenzen des technischen Fortschritts.

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