Die Suche nach Wissen
Die heutigen wissenschaftlichen Praktiken entstanden im 18. und 19. Jahrhundert. In der Aufklärung veränderte sich der Blick auf die Natur, die Technik und den Menschen grundlegend. Wissen wurde neu organisiert und aus neuen Quellen erschlossen. Die empirische Forschung, geprägt von genauer Beobachtung und Messung, rückte ins Zentrum des wissenschaftlichen Denkens. Auch heute ist die Empirie zentral bei der Suche nach Wissen.
In den Sammlungen des 18. Jahrhunderts stand die möglichst vollständige und systematische Präsentation, zum Beispiel von Pflanzenarten, im Vordergrund. Diese Sammlungen mit ihren neu entwickelten Kategorien und Taxonomien lösten die Wunderkammern der Fürsten ab. Sie wurden in privaten Räumen wie Naturalienkabinetten und in zunehmend öffentlichen Museen ausgestellt. Die heutigen schnellen Veränderungen des Zugangs zu Wissen durch digitale Suchmaschinen und künstliche Intelligenz führen uns vor Augen, welche weitreichenden Folgen veränderte Sammlungs- und Nutzungspraktiken von Wissen haben können. Die großen Wissenssammlungen der Aufklärungszeit wie Enzyklopädien boten Leserinnen und Lesern erstmals kompakt und alphabetisch geordnet Weltwissen aus nahezu allen Bereichen des Lebens, darunter Handwerk, Kunst, Geschichte und Technik.
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