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Die Kupferstiche stammen aus Johann Bernhard Basedows vierbändigem Elementarwerk. Ein geordneter Vorrath aller nöthigen Erkenntnisse zum Unterrichte der Jugend, von Anfang, bis ins academische Alter (1774), einem zentralen Werk der philanthropischen Pädagogik. Das enzyklopädisch angelegte Lehrbuch sollte Kinder unterschiedlichen Alters vom einfachen zum komplexen Lernstoff führen. Der Reformpädagoge Basedow maß dem „Lernen durch Anschauung“ besondere Bedeutung bei: Sinnliche Wahrnehmung, vor allem das Sehen, galt ihm als Grundlage für Begriffsbildung, geordnetes Denken und moralische Erkenntnis. 

Zur Veranschaulichung ließ Basedow für sein Elementarwerk den bekannten Künstler Daniel Chodowiecki fast 100 Kupferstiche anfertigen, die die Inhalte der drei Schriftbände illustrieren und somit das Interesse des lesenden Kindes stärker binden sollten. 

Wenige Monate nach Erscheinen des Elementarwerks eröffnete Basedow in Dessau die progressive Lehranstalt Philanthropinum, was so viel wie „Schule der Menschenfreundschaft“ bedeutet. Die reformpädagogische Modellschule fand europaweit Beachtung.

Illustrierte Sachbücher wie Basedows Elementarwerk wurden zu einem wichtigen pädagogischen Leitmedium der Aufklärung. Mehrere Bildtafeln zeigen Darstellungen von Kindern beim freien Spielen, Lernen und Experimentieren. Auf der Tafel XXIX ist neben Szenen um die Geburt und das Wochenbett links unten auch ein Kleinkind im Gängelbandkleid zu sehen. Obwohl Reformpädagogen solche Kleidungsstücke zunehmend kritisierten, blieben sie im Alltag bürgerlicher Kinder präsent.

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