Kindheit und Erziehung

Was ist das Ziel von Erziehung? Was braucht ein Kind, um zum mündigen, „vernünftigen“ Erwachsenen zu werden? Wird der Mensch mit Vernunft geboren oder wird sie erlernt? Und mit wie viel Strenge und Hilfsmitteln soll Kindern beigebracht werden, Vernunft in ihrem Lebensalltag anzuwenden? Im Zeitalter der Aufklärung betrachteten philosophes das Verhältnis von Natur und Zivilisation neu. Jean-Jacques Rousseau forderte in seinem Traktat Émile oder Über die Erziehung (1762) Eltern und Lehrer auf, Kinder vor schädlichen Einflüssen der Zivilisation zu schützen und zunächst nicht aktiv in deren Entwicklung einzugreifen.
Es wurden auch neue Formen des Lernens propagiert: Mit innovativen bebilderten Lehrbüchern schafften Vertreterinnen und Vertreter neuer pädagogischen Ideen wie Johann Bernhard Basedow neue, kindgerechte Zugänge zu Weltwissen und unterstützten mittels Anschauung und sinnlicher Wahrnehmung Begriffsbildung, geordnetes Denken und moralische Erkenntnis. Bis heute sind Bilderbücher, aber auch Comics und Graphic Novels bewährte Mittel, teils kompliziertes Wissen und komplexe Sachverhalte zu verstehen.
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