Merkantilismus und koloniale Herrschaft

Kakao, Kaffee, Tee und Zucker sind in Europa erst seit der Frühen Neuzeit allgemein bekannt. Der Genuss dieser Konsumgüter verbreitete sich in der Epoche der Aufklärung ebenso wie damit verbundene kulturelle Praktiken, etwa der Austausch im „Kaffeehaus“: Neue öffentliche Räume und Möglichkeiten der Diskussionsteilhabe entstanden. Die begehrten Genussmittel kamen meistens durch koloniale Ausbeutung nach Europa. Millionen Versklavte produzierten die Luxusgüter auf Plantagen in Übersee. Tatsächlich erreichte der transatlantische Sklavenhandel im Zeitalter der Aufklärung seinen Höhepunkt. Aber genauso wie es heute zivilgesellschaftliches Engagement für – oder gegen – politische, ökonomische oder soziale Verhältnisse gibt, regten sich auch in der Zeit der Aufklärung Proteste gegen das merkantilistische Wirtschaftsmodell und seine koloniale Ausprägung. Gegner der Sklaverei appellierten an die Menschenrechte und riefen zum Konsumboykott auf. Sogar Kinder wurden angeregt, auf Zucker zu verzichten: In Bilderbüchern wurden die verheerenden Zustände auf Plantagen und Sklavenschiffen anschaulich vermittelt.
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