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Das Porträt zeigt Angelo Soliman (um 1721–1796), der als Kind von Afrika nach Europa verschleppt und versklavt wurde. Zum Zeitpunkt der Darstellung war er Kammerdiener und Prinzenerzieher im Dienst des Fürsten Joseph Wenzel von Liechtenstein in Wien. Soliman genoss hohes Ansehen in der aufgeklärten habsburgischen Elite und erscheint hier als elegante, würdevolle Figur. Der begleitende Text schreibt ihm eine königliche Abstammung zu und vergleicht ihn mit dem nordafrikanischen Herrscher Jugurtha, der den römischen Legionen lange und erfolgreich widerstand. 

Zugleich ist das Bild von exotisierenden Projektionen geprägt: Die orientalisierende Livree mit Turban sowie ägyptisierende Motive im Hintergrund entsprechen nicht Solimans tatsächlicher Herkunft. Geboren wurde er als Mmadi Make vermutlich im Gebiet des heutigen Nigeria. Diese Inszenierung verweist auf einen höfischen Exotismus, der Anerkennung und Fremdzuschreibung miteinander verband.

Solimans Lebensweg war von Ambivalenzen geprägt. Er erlangte in Wien gesellschaftliches Ansehen, heiratete, gründete eine Familie und wurde 1781 in eine Freimaurerloge aufgenommen, in der er das Amt innehatte, neue Mitglieder einzuweisen. Dennoch blieb er in Abhängigkeitsverhältnissen gefangen. Besonders deutlich wird dies nach seinem Tod: 1796 wurde sein Körper präpariert und im kaiserlichen Naturalienkabinett ausgestellt. Dort wurde er halbnackt mit Federschmuck, Glasperlen und Muschelkette präsentiert. Die Verweigerung eines würdigen Begräbnisses weist die Grenzen der aufklärerischen Ideale einer Epoche auf, in der Menschenrechte und Fortschritt als Grundideale galten und zugleich die Ungleichbehandlung vieler sozialer Gruppen die Gesellschaft prägten.

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