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In kreativen Formaten setzten sich Jugendliche und junge Menschen der Berliner Stadtgesellschaft kritisch mit dem Thema „Merkantilismus und koloniale Herrschaft“ im Zeitalter der Aufklärung auseinander. Die überwiegend aus dem lateinamerikanischen Raum stammende Gruppe des Bildungszentrums Lohana Berkins nutzte ihre eigenen transnationalen Perspektiven, um die historischen und gegenwärtigen Auswirkungen des Themas zu beleuchten. Mithilfe von Impulsfragen wie „Was ist Vernunft?“, „Wer generiert Wissen?" und „Sind alle Menschen gleich?" wurden Workshops konzipiert. Ziel der Workshops war, einen kreativen Reflexionsprozess über die Aufklärung und ihr Erbe anzustoßen. Hierbei zeigte sich, dass sich die Teilnehmenden besonders für Ausstellungsthemen interessierten, die mit Kolonialismus und Rassismus in Verbindung standen. 

Als Ergebnis der Workshops entstand eine zweisprachige Broschüre mit literarischen Texten und Linolschnitten, die die Folgen des Sklavenhandels in Verbindung mit der im 18. Jahrhundert entstandenen Wirtschaftspolitik des Merkantilismus thematisieren. Ausstellungsobjekte wie ein Schiffsmodell, eine Zuckerdose oder ein Steinschlossgewehr bildeten die Grundlage für die Auseinandersetzung mit der Geschichte mit konkreten Bezügen zur Gegenwart. Auch Assoziationen zu eigenen Biografien wurden gesammelt und künstlerisch verarbeitet. Die unterschiedlichen biografischen Hintergründe und sprachlichen Kompetenzen der Teilnehmenden ergaben ein vielschichtiges Mosaik von Eindrücken und Erfahrungen, die auf Deutsch, Spanisch und Portugiesisch aufs Papier gebracht wurden.