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Das Berliner Schattenmuseum, ein alternatives Jugendgremium, beschäftigte sich mit der Entstehung neuer Diskussionsräume während der Epoche der Aufklärung. Im Fokus standen Fragen zu Inklusion und Exklusion: Wer durfte an den Debatten des 18. Jahrhunderts teilnehmen und wer nicht? Wer darf es heute? Wie entsteht Wissen und wie wird es weitergegeben? Können Museen heute als moderne Debattenräume fungieren?

Als Ergebnis der Zusammenarbeit mit dem Jugendgremium Schattenmuseum entstand ein Entwurf für einen Beteiligungs- und Interaktionsraum, der als Epilog der Ausstellung „Was ist Aufklärung?“ verwirklicht wurde. Der von den Jugendlichen kuratierte Raum bot den Museumsgästen die Möglichkeit, die Ausstellungsthemen zu reflektieren und selbst zu Wort zu kommen. Angelehnt an die von Diderot und d'Alembert herausgegebene Encyclopédie wurde der Raum dem Prozess der kollektiven Wissenserzeugung gewidmet. Im Mittelpunkt standen die Bilder einer Fliege und eines Elefanten, die eine ständige Machtdynamik symbolisieren. Mit der zunächst absurd erscheinenden Frage: „Wie kann die Fliege den Elefanten fressen?“ wollten die Jugendlichen den Ausstellungsgästen einen Impuls zum Spekulieren und Diskutieren geben.

Weitere, im Raum ausgelegte Fragen behandelten Themen wie Regierungsführung, soziale Gerechtigkeit und die Rolle des Museums als Ort für offenen Diskurs. Indem die Ausstellungsgäste die eine oder andere Frage auf einem Zettel beantworteten und diese an einer setzkastenartigen Wand anbrachten, entstand eine Art kollektiver „Wissensspeicher“. Das so entstandene „Wissen der Gegenwart“ war für alle zugänglich und konnte immer wieder nach der Wichtigkeit für die Welt und für die Besucher selbst neu sortiert werden. Der partizipative Ausstellungsbereich „9 m2 Wissen aus der Gesellschaft“ griff in dieser Weise einerseits die Emanzipation und Mündigkeit aller Menschen und andererseits die öffentlichen Diskussionsräume im 18. Jahrhundert und heute auf.