Enzyklopädien des 18. Jahrhunderts

Gesamtausgaben von Zedlers Universal-Lexicon (Halle, 1731–1754) und der französischen Encyclopédie (Paris, 1751–1780)
© Berlin, Deutsches Historisches Museum/David von Becker
Enzyklopädien ordnen Wissen alphabetisch und machen es systematisch zugänglich. Keine Publikation entfaltete dabei eine vergleichbare wissenschaftliche und gesellschaftliche Wirkung wie die Encyclopédie, die zwischen 1751 und 1780 unter der Herausgeberschaft von Denis Diderot und Jean le Rond d’Alembert erschien. Sie gilt als eines der zentralen Projekte der Aufklärung und als kollektiver Wissensspeicher für jene, die Vernunft und Fortschritt propagierten.
Die Encyclopédie war nicht das erste Projekt seiner Art. Ursprünglich war sie lediglich als Übersetzung der schon 1728 in England erschienenen zweibändigen Cyclopædia von Ephraim Chambers geplant. Zwischen 1731 und 1754 publizierte zudem Johann Heinrich Zedler in Deutschland die umfangreichste Enzyklopädie des 18. Jahrhunderts mit 64 Folianten: das Grosse vollständige Universal-Lexicon Aller Wissenschafften und Künste beeindruckte zwar mit seinem Umfang, lehnte sich jedoch inhaltlich eng an den Wissensstand älterer Lexika an.
Anders als traditionelle Lexika beschrieben die Herausgeber der Encyclopédie nicht nur die Wissenschaften, sondern auch Handwerk und Gewerbe. Sie ließen Arbeitsprozesse in Werkstätten beobachten und dokumentieren, um praktisches Wissen gleichwertig neben theoretisches zu stellen.
Ziel war es, das gesamte menschliche Wissen im Dienst des gesellschaftlichen Fortschritts zu versammeln. Das Wissen war ohne jegliche Hierarchie alphabetisch sortiert. Das bot eine leichtere Erschließbarkeit und gleichzeitig steckte eine subversive Ordnungs- und Religionskritik in der Form: Gott stand nun nicht mehr über allem, sondern der Buchstabe A. In insgesamt 35 Bänden – darunter kunstvoll illustrierte Tafelbände – wurden mehr als 70.000 Artikel veröffentlicht, verfasst von zahlreichen Autoren wie Rousseau, Voltaire oder Montesquieu. Die hier gezeigten Tafeln veranschaulichen den neuen Anspruch, Wissen sichtbar, überprüfbar und vermittelbar zu machen.
Interne Links
- Themen: Die Suche nach Wissen, Absolutismus und Revolution
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Weiterführende Materialien
- Digitalisierte Tafelbände der Encyclopédie, University of Chicago
- Digitalisierte Bände von Zedlers Universal-Lexicon, Bayerische Staatsbibliothek, Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel
Vertiefende Informationen
- DHM-Interview mit Adrian Daub über die Veränderung der Öffentlichkeit durch neue Medien und Wissensordnungen im 18. Jahrhundert mit einem Vergleich zu Social Media
- Deutsche UNESCO-Kommission über KI & Wissenschaft