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Die Illustrationen zum Thema „Sklaven-Handel“ im mehrsprachigen Bilderbuch für Kinder des Verlegers Friedrich Justin Bertuch verbinden Aufklärungspädagogik mit abolitionistischer Kritik. Oben zeigt ein farbiger Kupferstich eine Szene der gewaltsamen Trennung: Ein Vater verabschiedet sich von seinen Kindern, bevor er von den Sklavenhändlern in blauen Anzügen auf den Sklavenmarkt am Hafen Guineas verschleppt wird. Darunter erscheinen die berühmten Diagramme des britischen Sklavenschiffs Brookes, die die extreme Enge an Bord dokumentieren. Ihre nüchterne Darstellung macht die Entmenschlichung der Gefangenen besonders eindringlich. 

Die Vorlage für diese Grafiken wurden 1788 von der Society for Effecting the Abolition of the Slave Trade veröffentlicht, um die Grausamkeit des transatlantischen Menschenhandels sichtbar zu machen. 

Tatsächlich fällt die Epoche der Aufklärung auf unheilvolle Weise mit der europäischen Geschichte der Sklaverei zusammen. Daher ist die Rede von der Aufklärung schon lange spannungsgeladen: Einerseits ist das der Aufklärung nachgesagte Bekenntnis zu Freiheit und Autonomie ein zentraler Bezugspunkt in der Geschichte des Denkens; andererseits ist die Epoche der Aufklärung auch die Zeit, in der die Sklaverei massiv zunimmt und sich rassistische Hierarchien festigen, die bis in unsere Gegenwart fortwirken. 

Der britische Sklavenhandel war eng mit dem europäischen Konsum von Zucker, Tabak, Kakao und Kaffee verbunden, die auf Plantagen durch versklavte Arbeiter produziert wurden.

Im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert entstanden Protestbewegungen. Besonders in Großbritannien boykottierten Familien – auch Kinder – gezuckerte Waren, um gegen den Sklavenhandel Stellung zu beziehen. Das Bilderbuch zeigt, wie die aufklärerische Wissensvermittlung und moralischer Protest zusammenwirkten.

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