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Das zylindrische Schokoladenkännchen mit Röhrenausguss und gedrechseltem Holzgriff wurde aus Meißner Porzellan gefertigt und mit idyllischen Jagdszenen bemalt. Seine spezielle Form verweist auf den Status der Trinkschokolade im 18. Jahrhundert: Als kostbares Luxusgut, das über koloniale Handelswege nach Europa gelangte, erhielt sie ein eigenes Gefäß, das sich von Kaffee- und Teekannen unterschied. 

Kakao war bereits im 16. Jahrhundert aus Mesoamerika nach Spanien gebracht worden und verbreitete sich im 17. Jahrhundert in ganz Europa. Schokolade gehörte neben Tabak, Zucker und Kaffee zu den Produkten, die nur für den Export auf europäischen Plantagen in Übersee von versklavten Menschen erwirtschaftet wurden. 

Diese Verbindung von Konsum und Gewalt wurde im Zeitalter der Aufklärung zunehmend kritisiert. Abolitionistische Gruppen riefen zum Boykott von Produkten wie Rum und Zucker auf, um den Sklavenhandel wirtschaftlich zu treffen. Selbst Kinder beteiligten sich im späten 18. Jahrhundert in Großbritannien an Zuckerboykotten. Illustrierte Kinderbücher informierten über das System der Versklavung. 

Das elegante Kännchen steht somit für eine globale Verflechtung von Genuss, Ausbeutung und moralischer Debatte.

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