Mary Wollstonecrafts „Verteidigung der Frauenrechte”
Verteidigung der Frauenrechte (A Vindication of the Rights of Woman), Mary Wollstonecraft (1759–1797), London, 1792, Papier, Druck © Berlin, Deutsches Historisches Museum
Frauen nahmen aktiv an der Aufklärung teil: Sie waren nicht nur Leserinnen, sondern auch Autorinnen, Künstlerinnen und Denkerinnen. Eine der wichtigsten Stimmen war die englische Schriftstellerin, Philosophin, Übersetzerin und zeitweilige Lehrerin und Erzieherin Mary Wollstonecraft, die sich zeitlebens mit dem Recht von Frauen auf Bildung befasste.
Als öffentlichkeitswirksame Reaktion auf die Schrift „Betrachtungen über die Revolution in Frankreich” des Philosophen und konservativen Abgeordneten Edmund Burke im Jahr 1790 veröffentlichte sie zunächst anonym „Eine Verteidigung der Menschenrechte”, in der sie Monarchie und Aristokratie scharf kritisierte. Zwei Jahre später erschien ihr Hauptwerk „Verteidigung der Frauenrechte”, das als Schlüsseltext der frühen Frauenrechtsbewegung gilt. Darin wandte sie sich gegen die Vorstellung naturgegebener weiblicher Tugenden und forderte gleiche Bildungschancen sowie politische und gesellschaftliche Gleichberechtigung für Frauen. Wollstonecraft kritisierte zudem die zeitgenössische Ehe als Abhängigkeitsverhältnis und argumentierte, dass Frauen nicht von Natur aus emotionaler oder moralischer seien als Männer, sondern durch Erziehung dazu gemacht würden. Ihr Werk greift zentrale Debatten der Aufklärung auf, in denen Frauen häufig auf Familie und Moral beschränkt wurden, während Vernunft und Öffentlichkeit Männern vorbehalten blieben.
Interne Links
- Themen: Menschenrechte und Gleichheit, Kindheit und Erziehung
- Objekte: Naturmensch, Phillis Wheatley, Dorothea Schlözer, Gleichheit
- Produkte: „(auf-)geklärt“, Menschenrechtespiel, Hörspiel zu Dorothea Schlözer
Weiterführende Materialien
Vertiefende Informationen
- Biografie von Mary Wollstonecraft, Demokratiezentrum Wien
- Beitrag von Harriet Merrow: Chauvinismus im Schafspelz. Ein Blick auf die Frauen der Aufklärung und wie sie uns bis heute prägen
Interaktive Bildungsangebote
- Herstory. Frauen- und Geschlechtergeschichte mit Aufgabenblatt zur Erziehung als Steuerungsinstrument