Mosses Europa

Mosses Europa

Neue Perspektiven in der Geschichte der deutschen Juden, des Faschismus und der Sexualität

Konferenz, 6. bis 9. Juni 2019

Anlässlich des 100. Geburtstags von Professor George L. Mosse werden drei Generationen von Historiker*innen zusammenkommen, um seinen nachhaltigen Einfluss auf die europäische, jüdische und Geschlechtergeschichte, aber auch die fortdauernde Resonanz des Vermächtnisses der Familie Mosse in Berlin zu ehren und zu analysieren.

Wissenschaftler*innen aus Deutschland, Israel und den Vereinigten Staaten treffen sich in Berlin, der Stadt seiner Kindheit, um über die Fragen zu diskutieren, die sich immer noch aus seinen Recherchen ergeben, darunter: Inwiefern verändert das Geschlecht (Gender) als Kategorie der Analyse weiterhin unser Verständnis von Europa im neunzehnten und zwanzigsten Jahrhundert? Was sind die Grenzen des Liberalismus? Welche Rolle spielen rassische Stereotypen in der politischen Kultur vor und nach 1945? Und wie haben Historiker*innen Mosses Analyse der NS-Ideologie erweitert, um den Holocaust und die Geschichte Europas im zwanzigsten Jahrhundert besser verstehen zu können?

Die Konferenz findet in Zusammenarbeit mit dem George L. Mosse Programm in Geschichte und dem Deutschen Historischen Museum statt.

Konferenzsprache: Englisch

Anmeldung (erforderlich bis 24.05.2019)

Programm

Stand: 14.03.2019

Donnerstag, 6. Juni
Deutsches Historisches Museum, Unter den Linden 2, 10117 Berlin

13:00 Anmeldung

14:00 Mossestadt: Die Familie Mosse in Berlin

  • Meike Hoffmann, Auf der Suche nach verlorener Kunst: MARI, die Mosse Kunstforschungsinitiative“
  • Frank Mecklenburg, „Die Familie Mosse in Berlin, Kulturhauptstadt für nachfolgende Generationen“
  • Roger Strauch, The Mosse Foundation, „Die Mosse Kunstrestitutionsprojekt: Eine persönliche Perspektive“
  • Elisabeth Wagner, „Mosse-Vorträge an der Humboldt Universität“

Kommentar/Vorsitz: Skye Doney, George L. Mosse Program in History

Freitag, 7. Juni
Deutsches Historisches Museum, Unter den Linden 2, 10117 Berlin

9:00 Anmeldung

10:30 Eröffnung und Begrüßung

  • Raphael Gross, Deutsches Historisches Museum
  • N.N.

11:00 Eröffnungskeynote

  • Steven Aschheim, Hebrew University of Jerusalem, „George Mosse – der Mann und das Vermächtnis“

Kommentar/Vorsitz: Raphael Gross, Deutsches Historisches Museum

12:00 Mittagspause

13:30 Panel I: Juden und Deutsche: Kultursprachen

  • Darcy Buerkle, Smith College, „Weimarer Imaginäre“
  • David Sorkin, Yale University, „Zwischen Emanzipation und Bildung: Aufbau des deutschen Judentums“
  • Marc Volovici, University of London, „Deutsch-sprechende Juden und Deutsch-lesende Juden im frühen Zionismus“

Kommentar/Vorsitz: Ofer Ashkenazi, The Hebrew University of Jerusalem

15:00 Pause

15:15 Panel II: Untersuchungen zu Totalitarismus

  • Udi Greenberg, Dartmouth College, „Ökumene und Nazismus“
  • Stefanie Schüler-Springorum, TU Zentrum für Antisemitismusforschung, „Sex und Gewalt: ‚Rassenschande‘ in Weimar und Nazi-Deutschland“
  • Robert Zwarg, Deutsches Literaturarchiv Marbach, „‚Nichts Unverfängliches ist übriggeblieben.‘ Barbarei und das Alltägliche“

Kommentar/Vorsitz: David Warren Sabean, UCLA

Samstag, 8. Juni
Deutsches Historisches Museum, Unter den Linden 2, 10117 Berlin

9:00 Anmeldung

10:00 Panel III: Faschismus, Populismus, Autoritarismus

  • Andreas Huyssen, Columbia University, „Falsche Propheten Redivivus“
  • Mary Nolan, New York University, „Ist rechter Populismus faschistisch? Betrachtungen zu Ökonomie und Gender“
  • Enzo Traverso, Cornell University, „Die Begrifflichkeit von Faschismus: Das Vermächtnis von George L. Mosse“

Kommentar/Vorsitz: Anson Rabinbach, Princeton University

11:30 Pause

11:45 Panel IV: Nationalismus, Gewalt, Totaler Krieg

  • Stefanos Geroulanos, New York University, : „Der menschliche Körper im Zeitalter der Katastrophe: Medizinische Metaphern in der europäischen Kolonial- und internationalen Politik der 1920er Jahre“
  • Elissa Mailänder, Sciences Po, Center for History Paris, „Menschen bei der Arbeit. Freizeit, Liebe und Gewalt in den NS-Konzentrationslagern“
  • Lou Roberts, UW-Madison, „Rasse und sexuelle Gewalt im europäischen Kriegsschauplatz, 1944-1945“

Kommentar/Vorsitz: Atina Grossmann, The Cooper Union

13:15 Mittagessen

  • John Tortorice, George L. Mosse Program in History, offene Diskussion: Erinnerungen an Mosse

15:00 Panel V: Gender, Sexualität und Massenpolitik

  • Anna Hájková, University of Warwick, „Menschen ohne Geschichte sind Staub: Queere Begierde im Holocaust“
  • Regina Mühlhäuser, Universität Hamburg, „,Man muss vorausahnen, was nicht kalkuliert werden kann.‘ Die Neukonzeptionalisierung sexueller Gewalt als Waffe während des deutschen Vernichtungskrieges“
  • Michael P. Steinberg, Brown University Providence, „Antisemitismus und Vertreibungspolitik“

Kommentar/Vorsitz: Moshe Sluhovsky, The Hebrew University of Jerusalem

Sonntag, 9. Juni
Jüdisches Museum Berlin, Lindenstraße 9-14, 10969 Berlin

9:00 Anmeldung

10:00 Panel VI: Mosse-Fellows Panel I

  • Adi Armon, George L. Mosse Program, UW-Madison, „Max Norday zwischen George L. Mosse und Benzion Netanyahu“
  • Arie Dubnov, George Washington University, „Mosses Jerusalem, Mosse in Jerusalem“
  • Adi Gordon, Amherst College, „Mosses Porträt des Nationalismus, eingeleitet durch Nationalismus‘ Porträt von Mosse“

Kommentar/Vorsitz: Sunny Yudkoff, University of Wisconsin-Madison

12:00 Mittagessen

  • Jeffrey Herf: „Wie George L. Mosse mein Stipendium beeinflusste“

14:45 Panel VII: Mosse-Fellows Panel II

  • Rebekka Grossmann, The Hebrew University in Jerusalem, „Südöstlich von Berlin. Ein deutsch-jüdischer Fotojournalist in Indien“
  • David Harrisville, Furman University, „Moralität, NS-Ideologie und das Individuum im Dritten Reich“
  • Ethan Katz, University of California, Berkeley, „Kolonialismus und Holocaust nach nordafrikanischer Art: Wie der jüdische Aufstand in Algiers die Frage neu stellt“
  • Sarah Wobick-Segev, Koebner Center at the Hebrew University of Jerusalem, „Deutsche Juden jenseits des Judentums? Säkularismus und religiöse Wandlung“

Kommentar/Vorsitz: Isabel V. Hull, Cornell University

17:00 Abschliessende Keynote

  • Aleida Assmann, Universität Konstanz, Yale University, : „Mosses Europa: Kann es gerettet werden?“

Vorsitz: Peter Schäfer, Jüdisches Museum Berlin

Kontakt

George L. Mosse Program in History
University of Wisconsin-Madison
455 N. Park St. 5231
Mosse Humanities
Madison, Wisconsin 53706

Tel. +1 (608) 263-1835
E-mail: doney@wisc.edu 
mosseprogram.wisc.edu

Organisationskomitee

Steven Aschheim, The Hebrew University of Jerusalem
Ofer Ashkenazi, The Hebrew University of Jerusalem
Skye Doney, George L. Mosse Program in History
Atina Grossmann, The Cooper Union
Lou Roberts, University of Wisconsin-Madison
Anson Rabinbach, Pricenton University
Moshe Sluhovsky, The Hebrew University of Jerusalem
David Sorkin, Yale University
John Tortorice, George L. Mosse Program in History

Co-Sponsoren

Fritz Thyssen Stiftung
George L. Mosse Program in History
Hebrew University of Jerusalem Franz Rosenzweig Center
Hebrew University of Jerusalem History Department
Hebrew University of Jerusalem Institute of History
Jüdisches Museum Berlin
Koebner Center at the Hebrew University of Jerusalem
Leo Baeck Institute – London
Leo Baeck Institute – New York
Mosse-Lectures an der Humboldt-Universität zu Berlin
TU Berlin Zentrum für Antisemitismusforschung
University of Wisconsin-Madison Center for Jewish Studies
University of Wisconsin-Madison History Department