1933-39

[Abzeichen: Gautag Hessen-Nassau, 1933]

[Abzeichen: Gautag Württemberg-Hohenzollern, 1934]

[Abzeichen: Gautag Köln-Aachen, 1934]

[Abzeichen: Gautag Weser-Ems, 1934]

[Abzeichen: Gautag Main-Franken, 1935]



Die NS-Gaue


Nach ihrer Neugründung 1925 forcierte die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP) eine Ausdehnung über Bayern hinaus. Die Parteisatzung vom 22. Mai 1926 legte hinsichtlich der deshalb notwendig gewordenen Organisation der Verwaltungsgebiete die Unterteilung des Deutschen Reichs in Gaue fest. Die Gaugliederung war keine Neuerfindung der Nationalsozialisten, sondern seit dem 19. Jahrhundert bei Turn- und Sportverbänden - besonders aus dem nationalen Lager - durchaus geläufig.

Nach der nationalsozialistischen Machtübernahme 1933 dienten die Gaue nicht mehr nur als parteiliche Organisationsform, sondern zunehmend als staatliche Struktur anstelle der Länder im Deutschen Reich. Nach häufigen Umstrukturierungen entstanden letztlich 42 Gaue, 43. Gau war die Auslandsorganisation der NSDAP. Ein Gau war unterteilt in Kreise, diese in Ortsgruppen, in denen Zellen und darin Blöcke die Parteimitglieder von der untersten Ebene an sich banden. Adolf Hitler selbst ernannte und entließ die Gauleiter, die ihm gemäß dem Führerprinzip direkt verantwortlich waren. Die Gauleiter besaßen innerhalb ihres Gaus große Freiheiten, und zu Einmischungen "von oben" kam es selten. Zumeist hatten sie zusätzlich zu ihrer Parteifunktion auch ein staatliches Amt wie Oberpräsident der Provinz inne. Auf unterer Ebene waren Kreisleiter häufig auch Bürgermeister, wodurch die bewusst herbeigeführte Verschmelzung von Partei und Staat forciert wurde.

Nach dem "Anschluss" Österreichs an das Deutsche Reich sowie der Einverleibung des Sudetenlandes 1938 wurden auch diese Gebiete in Reichsgaue eingeteilt. Sie waren sowohl staatliche Verwaltungsbezirke, an deren Spitze ein Reichsstatthalter regierte, als auch NSDAP-Gaue. Die Reichsstatthalter waren dort zugleich Gauleiter. Mit Beginn des Zweiten Weltkriegs nahmen die Aufgabenbereiche der Gauleiter zu. Wer gleichzeitig ein staatliches Amt bekleidete, wurde zu Reichsverteidigungskommissaren (RVK) ernannt, 1942 auch alle anderen. In dieser Funktion hatten sie umfassende Vollmachten, waren zuständig für Propaganda, Überwachung und sonstige Aktivitäten im Gau. Am 25. September 1944 wurden sie mit der Aufstellung des Volkssturms als letztes Aufgebot beauftragt. In Zusammenarbeit mit der Wehrmacht waren sie für die Befestigung und Verteidigung des ihnen unterstellten Gebiets zuständig.


Die Gaue des Deutschen Reiches (in den Grenzen von 1937 und ihre Hauptstädte 1943):

Schleswig-Holstein (Kiel)

Hamburg

Osthannover (Lüneburg)

Südhannover-Braunschweig (Hannover)

Weser-Ems (Oldenburg)

Mecklenburg (Schwerin)

Mark Brandenburg (Berlin)

Berlin

Magdeburg Anhalt (Dessau)

Halle-Merseburg (Halle)

Sachsen (Dresden)

Thüringen (Weimar)

Pommern (Stettin)

Ostpreußen (Königsberg)

Niederschlesien (Breslau)

Oberschlesien (Kattowitz)

Essen

Düsseldorf

Westfalen-Nord (Münster)

Westfalen-Süd (Bochum)

Köln-Aachen (Köln)

Kurhessen (Kassel)

Hessen-Nassau (Frankfurt)

Moselland (Koblenz)

Westmark (Saarbrücken)

Mainfranken (Würzburg)

Franken (Nürnberg)

Würtemberg Hohenzollern (Stuttgart)

Baden (Karlruhe)

Schwaben (Augsburg)

Bayreuth

München-Oberbayern (München)


Reichsgaue nach dem "Anschluss" Österreichs 1938:

Salzburg

Oberdonau (Linz)

Niederdonau (Krems)

Wien

Steiermark (Graz)

Kärnten (Klagenfurt)

Tirol (Innsbruck)


Reichsgau nach dem Münchner Abkommen 1938:

Sudetenland (Reichenberg)


Reichsgaue der annektierten polnischen Gebiete 1939:

Danzig-Westpreußen (Danzig)

Wartheland (Posen)

Auslandsorganisation der NSDAP

(jk)

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