Chronik 1935

  •  
  •  
JANUAR
  • 3. 1.
    Mit einer Versammlung sämtlicher Partei- und Staatsführer in Berlin demonstriert die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP) Geschlossenheit. Sie will damit von inneren Machtkämpfen ablenken.
  • Die neue Habilitationsordnung erfordert von Habilitanden und ihren Ehefrauen den "Ariernachweis".
  • 4. 1.
    US-Präsident Franklin D. Roosevelt kündigt mit umfangreichen Sozialreformen eine Fortführung des "New Deal" an.
  • 7. 1.
    Ein französisch-italienisches Kolonialabkommen gibt Italien freie Hand zu Eroberungen in Ostafrika.
  • 13. 1.
    Die Volksabstimmung im Saargebiet ergibt über 90 Prozent Zustimmung für eine Wiederangliederung an das Deutsche Reich.
  • 15. 1.
    Für alle Schulen wird die NS-Erziehungspolitik als verbindlich festgelegt, die "Rasse- und Vererbungslehre" soll fester Bestandteil des Unterrichts werden.
  • 17. 1.
    Die beiden ehemaligen Bolschewikenführer Grigori Sinowjew (1883-1936) und Leo Kamenew (1883-1936) werden zu langjährigen Gefängnisstrafen verurteilt.
  • 22. 1.
    In Frankreich leben 2.600 Emigranten aus dem Saargebiet.
  • 26. 1.
    Erster Wiener Opernball nach dem Ersten Weltkrieg mit 4.000 Gästen.
  • 27. 1.
    Hermann Göring regt bei seinem Besuch in Polen ein antisowjetisches Bündnis an.
  • 30. 1.
    Die Selbstverwaltung der Gemeinden in Deutschland wird durch die nationalsozialistische Gauverwaltung ersetzt.
FEBRUAR
  • 3. 2.
    Die beiden Ministerpräsidenten Pierre Étienne Flandin (1889-1958) und James Ramsay MacDonald (1866-1937) beenden mit dem "Londoner Protokoll" eine französisch-britische Konferenz über Abrüstungsfragen in Europa.
  • 4. 2.
    In Prag wird gegen Otto Strasser ein Strafantrag gestellt. Er hatte in der Tschechoslowakei einen illegalen Rundfunksender gegen die NS-Regierung betrieben.
  • 8. 2.
    Tod des Malers Max Liebermann in Berlin.
  • 13. 2.
    Das Erziehungsministerium richtet ein "Amt für Körperliche Erziehung" (Amt K) mit dem Ziel einer Wehrhaftmachung von Schülern und Studenten ein.
  • 17. 2.
    Mit Truppentransporten in die italienische Kolonie Somaliland beginnt Benito Mussolini die Vorbereitungen zum Krieg gegen Abessinien (heute: Äthiopien).
  • 21. 2.
    Die Bekennende Kirche warnt vor dem von den Nationalsozialisten geförderten "Neuheidentum".
  • 26. 2.
    Adolf Hitler beschließt den Aufbau einer Luftwaffe als dritte Waffengattung der künftigen Wehrmacht und verstößt damit gegen die Bestimmungen von Versailles.
  • 28. 2.
    Nach einer Aussprache mit Propagandaminister Joseph Goebbels wird der Dirigent Wilhelm Furtwängler rehabilitiert.  
MÄRZ
  • 1. 3.
    Das Saargebiet wird vom Völkerbund an das Deutsche Reich übergeben.
  • 11. 3.
    Der Völkerbund veröffentlicht einen Bericht über die etwa 750 emigrierten deutschen Wissenschaftler und betont deren Bedeutung für die Wissenschaft in den Exilländern.
  • 16. 3.
    Hitler verkündet die Wiedereinführung der Wehrpflicht und den Aufbau der Wehrmacht mit einer Stärke von 580.000 Mann. Damit bricht das Deutsche Reich die Verpflichtungen zur Truppenbeschränkung des Versailler Vertrags. Da die Wiederaufrüstung den Westmächten bereits seit längerem bekannt ist, bleiben ihre Reaktionen verhalten.
  • 17. 3.
    Mehr als 700 Pfarrer der Bekennenden Kirche werden verhaftet, darunter auch Martin Niemöller.
  • 19. 3.
    Der Chemiker und Industrielle Carl Duisberg stirbt in Leverkusen.
  • 19./20. 3.
    In Berlin findet erstmals eine Luftschutzübung mit simuliertem Fliegeralarm und Verdunkelung statt.
  • 22. 3.
    Eugen Hadamovsky eröffnet in Berlin das erste regelmäßige Fernsehprogramm der Welt: Ein fahrbarer Sender überträgt dreimal wöchentlich eine 90minütige Sendung in öffentliche Fernsehstuben.
  • 23. 3.
    In Berlin wird die großangelegte Ausstellung "Das Wunder des Lebens" eröffnet, in der die NS-Rassentheorie dargestellt wird.
  • 28. 3.
    Uraufführung von Leni Riefenstahls Dokumentarfilm "Triumph des Willens" über den Nürnberger Reichsparteitag von 1933.
  • 31. 3.
    Für die Konzentrationslager (KZ) werden spezielle Verbände der Schutzstaffel (SS), die sogenannten Totenkopfverbände, gebildet.
  • Gegen die Lehrstuhlvergabe der Universität München an den Physiktheoretiker Werner Heisenberg protestieren Vertreter der "deutschen Physik". Sie lehnen die von Albert Einstein mitbegründete theoretische Physik ab.
  • Jüdischen Musikern wird die öffentliche Berufsausübung verboten.  
APRIL
  • 7. 4.
    Bei den Wahlen zum Danziger Parlament erreichen die Nationalsozialisten die absolute Mehrheit.
  • 9. 4.
    Aus Anlaß des 70. Geburtstags von Erich Ludendorff läßt Hitler alle Staatsgebäude flaggen. Den ihm angebotenen Marschalltitel lehnt Ludendorff jedoch ab.
  • Deutschland schließt mit der Sowjetunion ein Handels- und Kreditabkommen ab.
  • 10. 4.
    Mit einem prunkvollen Festzeremoniell heiratet Göring im Berliner Dom die Schauspielerin Emmy Sonnemann (1893-1973). Als Spende für die Hochzeit werden allen Berliner Arbeitnehmern Beträge vom Lohn abgezogen.
  • 11. 4.
    Im oberitalienischen Stresa schließen die Ministerpräsidenten Flandin, MacDonald und Mussolini ein Bündnis gegen die deutsche Aufrüstung und für den Erhalt der Eigenstaatlichkeit Österreichs.
  • 14. 4.
    Bei einer öffentlichen Rede vor 5.000 Menschen in Leicester greifen Redner der faschistischen Partei die Juden in Großbritannien scharf an.
  • 21. 4.
    Walter Ulbricht und Franz Dahlem übernehmen in Prag die Leitung für Aktionen der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD).
  • 23. 4.
    In Polen wird das Parlament durch die Einführung einer neuen Verfassung ausgeschaltet. Treibende Kraft der autoritären Regierungsführung ist Kriegsminister Józef Pilsudski.
  • 24. 4.
    Die Enteignung und Auflösung privater Verlage wird legalisiert.
  • 27. 4.
    Eröffnung der Weltausstellung in Brüssel, auf der die Verwendung von Neonlicht gezeigt wird.  
MAI
  • 2. 5.
    In Paris schließen Frankreich und die Sowjetunion einen Beistandspakt.
  • 3. 5.
    Der Rüstungswirtschaft wird von Wirtschaftsminister Schacht absolute Priorität eingeräumt.
  • 6. 5.
    Der britische König Georg V.(1865-1936) feiert in London sein 25jähriges Regierungsjubiläum.
  • Das Geheime Staatspolizeiamt schließt in Berlin die Kabaretts "Katakombe" und "Tingeltangel".
  • 11. 5.
    Mit der Ausstellung "Frau und Volk" in Düsseldorf soll die Rolle der Frau als Mutter und "Haushaltsführerin" verfestigt werden.
  • 12. 5.
    Tod des polnischen Regierungsführer Pilsudski in Warschau.
  • 19. 5.
    Eröffnung des ersten Autobahnteilstücks zwischen Frankfurt (Main) und Darmstadt.
  • Die Sudetendeutsche Partei von Konrad Henlein erringt bei den Wahlen zum tschechoslowakischen Parlament 44 der 300 Mandate und wird damit stärkste deutsche Fraktion.
  • 21. 5.
    In einer Rede nimmt Hitler Bezug auf die gegen Deutschlands Aufrüstung gerichteten Bündnisse von Stresa und Paris. Er spricht vom Friedenswillen des Deutschen Reichs.
  • 25. 5.
    Bei einem Wettkampf stellt der Leichtathlet Jesse Owens (1913-1980) innerhalb von 45 Minuten vier neue Weltrekorde auf: über 100 Yards, 220 Yards, 220 Yards Hürdenlauf und im Weitsprung.
  • 31. 5.
    Frankreichs Ministerpräsident Flandin tritt wegen der anhaltenden Finanzkrise zurück.  
JUNI
  • 3. 6.
    Der französische Luxusdampfer "Normandie" erringt auf seiner Jungfernfahrt nach Amerika das "Blaue Band" für die schnellste Atlantiküberquerung.
  • 7. 6.
    Der britische Ministerpräsident MacDonald erklärt seinen Rücktritt, weil ihn die Labour-Partei nicht mehr unterstützt. Nachfolger wird der Konservative Stanley Baldwin (1867-1947).
  • In Frankreich wird der bisherige Außenminister Pierre Laval neuer Ministerpräsident.
  • 8. 6.
    Im Zuge weiterer Ausbürgerungen verlieren auch Bertolt Brecht und Rudolf Hilferding die deutsche Staatsangehörigkeit.
  • 10. 6.
    In New York wird die Selbsthilfeorgansiation "Anonyme Alkoholiker" gegründet.
  • 18. 6.
    Das Deutsche Reich und Großbritannien schließen ein Flottenabkommen zur Begrenzung des Kriegsflottenbaus. Damit werden zwar weitere Beschränkungen des Versailler Vertrags überschritten. Großbritannien hofft aber, mit dem Flottenabkommen eine Kontrolle über die deutsche Aufrüstung zu erzielen.
  • 23. 6.
    Mit einem 6:4-Erfolg über den VfB Stuttgart verteidigt Schalke 04 seinen Titel als Deutscher Fußballmeister.
  • 23./24. 6.
    Unter staatlicher Leitung finden in ganz Deutschland etwa 25.000 Sonnenwendfeiern statt.
  • 24. 6.
    Durch Zwangsemeritierung wird Karl Barth (1886-1968), einem der Führer der Bekennenden Kirche, der Lehrstuhl an der Bonner Universität entzogen.
  • Uraufführung der Oper "Die schweigsame Frau" von Richard Strauss in Dresden. Trotz des Erfolgs wird sie verboten, da das Libretto von Stefan Zweig geschrieben ist. Strauss tritt bald darauf von seinen öffentlichen Ämtern zurück.
  • 26. 6.
    Das "Reichsarbeitsdienstgesetz" tritt in Kraft, mit dem für alle Frauen und Männer zwischen 18 und 25 Jahren ein halbjähriger Arbeitsdienst zur Pflicht wird.
  • 27. 6.
    Ein Erdbeben der Stärke 5,1 erschüttert Süddeutschland.  
JULI
  • 2. 7.
    Als Reaktion auf das Verkaufsverbot für die "Baseler Nachrichten" in Deutschland untersagt die Schweiz den Verkauf von drei deutschen Zeitungen; darunter ist das antisemitische Hetzblatt "Der Stürmer".
  • 5. 7.
    Mit der Änderung des Strafgesetzbuchs wird die Beliebigkeit von Strafurteilen festgesetzt, da diese nun auch ohne entsprechende Gesetze nach dem "gesunden Volksempfinden" gefällt werden können.
  • 10. 7.
    Das österreichische Parlament erlaubt die Rückkehr der Familie Habsburg-Lothringen und regelt die Rückgabe des 1919 eingezogenen Vermögens.
  • 14. 7.
    Anläßlich des Nationalfeiertags demonstriert in Frankreich eine "Volksfront" von Kommunisten, Sozialisten und Liberalen gegen die rechtsextremen Gruppen.
  • 15. 7.
    Auf dem Berliner Kurfürstendamm kommt es zu gewalttätigen Ausschreitungen von SA-Mitgliedern gegen Juden. Am folgenden Tag verhängt das Polizeipräsidium ein Demonstrationsverbot gegen die SA.
  • 16. 7.
    Zur Bekämpfung der Opposition in der Evangelischen Kirche ernennt Hitler Hanns Kerrl (1887-1941) zum Minister für kirchliche Angelegenheiten.
  • 22. 7.
    Den katholischen Jugendorganisationen werden öffentliche Auftritte untersagt.
  • 25. 7.
    Auf dem siebten Weltkongreß wendet sich die Komintern vom Kampf gegen die Sozialdemokratie ab und ruft zu einer "antifaschistischen Volksfrontpolitik" auf.  
AUGUST
  • 2. 8.
    Hitler verleiht München den Titel "Hauptstadt der Bewegung". Diese Auszeichnung geht mit dem Bau von repräsentativen Gebäuden wie dem Führerhaus und dem Parteihaus einher.
  • 10. 8.
    Die Standesämter in Deutschland dürfen keine Ehen mehr zwischen Juden und Nichtjuden schließen.
  • 18. 8.
    Reichsinnenminister Wilhelm Frick verbietet sämtliche Freimaurerlogen.
  • 25. 8.
    Für den Fall von Sanktionen gegen Italien wegen des Abessinienkriegs kündigt Mussolini den sofortigen Austritt aus dem Völkerbund an.
  • 29. 8.
    Die belgische Königin Astrid (1905-1935) stirbt bei einem Autounfall in der Nähe von Küßnacht.
  • 31. 8.
    Mit dem Neutralitätsgesetz verpflichten sich die USA zu einem Waffenembargo gegen alle kriegführenden Staaten.  
SEPTEMBER
  • 1. 9.
    In einem Hirtenbrief wenden sich die katholischen Bischöfe scharf gegen die nationalsozialistische Kirchenpolitik.
  • Mit dem Start des "Olympiazugs" zu einer Werbefahrt durch 70 deutsche Städte beginnt die großangelegte Propagandakampagne für die Olympischen Spiele 1936 in Berlin.
  • 6. 9.
    Der Verkauf von Zeitungen und Zeitschriften für Juden wird verboten.
  • 10. 9.
    Auf dem Reichsparteitag verkündet Hitler die "Nürnberger Gesetze". Die Diskriminierung von Juden wird auf eine rechtliche Grundlage nach biologistischen Kriterien gestellt.
  • 14. 9.
    In Nürnberg hält Hitler eine Rede zur NS-Erziehungspolitik, in der er die Schulung der Jugend zu körperlicher und kämpferischer Tüchtigkeit in den Mittelpunkt stellt.
  • 24. 9.
    Kerrl wird zur Auflösung und Neuorganisation der evangelischen Landeskirchen ermächtigt.
  • 26. 9.
    In Paris treffen sich 51 prominente Emigranten verschiedener politischer Richtungen zu Beratungen über eine Volksfront gegen das NS-Regime, unter ihnen Heinrich Mann, Egon Erwin Kisch und Lion Feuchtwanger.
  • 27. 9.
    Unter dem Kommando von Karl Dönitz wird in Kiel der erste deutsche U-Boot-Verband nach dem Ersten Weltkrieg in Dienst gestellt.
  • 30. 9.
    Im Deutschen Reich kommt es zu Versorgungsengpässen bei Butter und Margarine.  
OKTOBER
  • 3. 10.
    Italienische Truppen aus den Kolonien Eritrea und Somaliland marschieren in Abessinien ein. Damit beginnt der italienische Eroberungskrieg in Ostafrika.
  • In Moskau beginnt eine Konferenz der emigrierten KPD-Mitglieder, bei der die Politik einer gegen den Faschismus gerichteten Volksfront beschlossen wird. Wilhelm Pieck wird anstelle des in Deutschland inhaftierten Ernst Thälmann zum Parteivorsitzenden gewählt.
  • 8. 10.
    Auf dem Parteitag der Labour-Partei in Brighton wird Clement Richard Attlee neuer Parteivorsitzender.
  • Auf Druck der NSDAP löst sich die "Deutsche Burschenschaft" auf. Die einzelnen Verbindungen werden in den Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbund (NSDStB) eingegliedert.
  • 11. 10.
    Die Reaktionen des Völkerbunds auf den Einmarsch Italiens in Abessinien bleiben gemäßigt und beschränken sich auf eine Kredit- und Rohstoffsperre.
  • 12. 10.
    Reichssendeleiter Hadamovsky untersagt das Spielen von "Nigger-Jazz" im gesamten Rundfunk. Das kommt dem Verbot sämtlicher ausländischer Unterhaltungsmusik gleich.
  • 12./13.10.
    Die Hochschullehrer im NS-Juristenbund unter Leitung von Carl Schmitt fordern die Ersetzung des Rechtsbegriffs "Mensch" durch völkische Kategorien.
  • 18. 10.
    Mit dem "Gesetz zum Schutz der Erbgesundheit" werden Eheschließungen von Personen mit sogenannten oder vermeintlichen Erb- oder Ansteckungskrankheiten untersagt. Für jede Heirat ist ein Gesundheitszeugnis erforderlich.
  • 19. 10.
    Eröffnung des "Reichsinstituts für Geschichte des neuen Deutschlands". Das Institut soll die NS-Weltanschauung in der Geschichtsschreibung umsetzen.
  • 27. 10.
    Die Nobelpreisträger Thomas Mann und Albert Einstein setzen sich für die Verleihung des Friedensnobelpreises an den im KZ inhaftierten Carl von Ossietzky ein.  
NOVEMBER
  • 1. 11.
    Der erste Rekrutenjahrgang tritt zur Ableistung seines einjährigen Militärdienstes an. Die gleichgeschaltete Presse feiert dies als großen Erfolg.
  • 7. 11.
    Wegen Konkurrenz zur SA löst Hitler den früheren "Stahlhelm" auf, der bereits in die NS-Organisation eingebunden ist.
  • Die ersten willkürlichen Urteile gegen Juden wegen "Rassenschande" werden auf Grundlage der "Nürnberger Gesetze" verhängt.
  • 14. 11.
    Bei den Wahlen zum britischen Unterhaus behält die konservative Regierungskoalition ihre Mehrheit.
  • 15. 11.
    Die Anthroposophische Gesellschaft wird für staatsfeindlich erklärt und verboten.
  • 25. 11.
    Nach zwölfjährigem Exil kehrt König Georg II. (1890-1947) nach Griechenland zurück. Drei Wochen zuvor war per Volksabstimmung die Monarchie wieder eingeführt worden.
  • 29. 11.
    In Berlin wird die neu errichtete Deutschlandhalle mit Platz für 20.000 Personen eingeweiht.  
DEZEMBER
  • 5. 12.
    Otto Strasser wird in Prag zu fünf Monaten Gefängnis wegen illegalen Rundfunkbetriebs verurteilt.
  • 6. 12.
    Die französische Regierung erhält vom Parlament die Möglichkeit zur Auflösung und Entwaffnung der rechtsextremen paramilitärischen Gruppen.
  • In Wien wird der Operettenfilm "Im weißen Rößl" mit Theo Lingen (1903-1978) uraufgeführt.
  • 7. 12.
    In Nürnberg wird das 100jährige Jubiläum der Eisenbahn in Deutschland gefeiert.
  • 8. 12.
    Der Dachverband der amerikanischen Leichtathleten beschließt nach kontroverser Diskussion die Teilnahme an den Olympischen Spielen in Berlin. Damit wird die internationale Boykottbewegung entscheidend geschwächt.
  • Der 1. FC Nürnberg gewinnt als erste Mannschaft den neu eingerichteten Pokalwettbewerb im Fußball.
  • 9. 12.
    Mit dem Beschluß, italienische Annexionen in Abessinien zu dulden, rufen die Regierungen Frankreichs und Großbritanniens Empörung in der eigenen Presse und im Völkerbund gegen ihre Appeasement-Politik hervor.
  • 21. 12.
    Der Publizist Kurt Tucholsky begeht in seinem schwedischen Exil Selbstmord.
  • Der Große Faschistische Rat wird oberste Gesetzgebungsinstanz in Italien.
  • 29. 12.
    Die sowjetische Regierung erlaubt wieder die Aufstellung von Weihnachtsbäumen.  
AUSSERDEM:
  • Alfred Döblin: Pardon wird nicht gegeben (Roman)
  • T. S. Eliot: Mord im Dom (Drama)
  • Jean Giraudoux (1882-1944): Der trojanische Krieg findet nicht statt (Drama)
  • Karl Hubbuch (1891-1979): Aufmarsch II (Gemälde)
  • Wolfgang Langhoff (1901-1966): Die Moorsoldaten (Bericht über das Leben von KZ-Häftlingen)
  • Frank Lloyd (1888-1960): Meuterei auf der "Bounty" (Film)
  • Heinrich Mann: Die Jugend des Königs Henri Quatre (Roman)
  • John Steinbeck (1902-1968): Die wunderlichen Schelme von Tortilla Flat (Roman)

Dorlis Blume/Manfred Wichmann
2. Mai 2015

lo