1918-33

[Postkarte: "Reichsehrenmal Tannenberg", um 1935]





Tannenberg-Denkmal


Zur Erinnerung an die Siege in der Schlacht bei Tannenberg und der Schlacht an den Masurischen Seen unter Paul von Hindenburg und Erich Ludendorff ließ das Deutsche Reich 1927 bei Hohenstein (heute: Olsztynek, Polen) das Tannenberg-Denkmal errichten. Durch die beiden Siege war um Hindenburg ein beispielloser Kriegskult als "Held von Tannenberg" entstanden. 1925 wurde er zum Reichspräsidenten der Weimarer Republik gewählt.

Architektonisch bildet dieses größte deutsche Kriegsdenkmal eine Mischung aus dem keltischen Stonehenge in England und der mittelalterlichen Burg Castel del Monte Kaiser Friedrichs II. in Italien. Auf oktogonalem Grundriß gebaut, betonte je ein Turm die Mitte jeder Langseite. Den Türmen waren verschiedene Funktionen zugedacht, u.a. sollten dort eine kirchliche Weihehalle, ein ostpreußisches Heimatmuseum und eine Jugendherberge eingerichtet werden.

Das NS-Regime nutzte das Tannenberg-Denkmal für seine Propaganda und die Verherrlichung des Kriegs. Nach umfassenden Umbaumaßnahmen und unter gewaltigem propagandistischem Aufwand fand dort am 7. August 1934 die Beisetzung des kurz zuvor verstorbenen Reichspräsidenten Hindenburg statt. Aus diesem Anlaß ließ Adolf Hitler die Anlage zum "Reichsehrenmal Tannenberg" umbenennen. Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde das monumentale Denkmal vor dem Anrücken der Roten Armee auf Befehl Hitlers gesprengt.

(lw/mw)

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