Durch Verlegung deutscher Luft- und Seestreitkräfte von Südeuropa
nach Nordafrika gelang es Erwin Rommel im Januar 1942,
die zwei Monate zuvor begonnene britische Offensive Crusader
mit einem überraschenden Gegenangriff zu stoppen. Massive
Luftangriffe deutscher Sturzkampfbomber (Stukas) begünstigten
den deutsch-italienischen Vormarsch nach Tobruk. Die britische
Festung kapitulierte nach heftigen Kämpfen am 21. Juni. Unter
Ausnutzung des psychologischen Vorteils nach dem Sieg befahl der
inzwischen zum Generalfeldmarschall beförderte Rommel die
Verfolgung des Gegners. Auch Adolf Hitler und
Benito Mussolini zogen nunmehr den Vorstoß nach Ägypten
der ursprünglich vorgesehenen Eroberung des britischen Versorgungsstützpunkts
Malta vor.
Obwohl die in der Panzergruppe Afrika formierten deutsch-italienischen
Verbände mit 60 zu 160 Panzern in Unterzahl waren, stießen
sie am 30. Juni 1942 bei El Alamein an die letzte britische Verteidigungsstellung
vor Alexandria. Ihrer beweglichen Kampfführung waren die
schwerfälligen britischen Panzer unterlegen, die zudem durch
die im Panzerabwehrkampf wirkungsvoll eingesetzten 8,8 cm-Flakgeschütze
erhebliche Verluste erlitten. Die Achsenmächte, die beim
Eintreffen vor El Alamein lediglich über 2.000 Infanteristen
und 55 Panzer verfügten, scheiterten jedoch an einem Vorstoß
durch die Verteidigungslinie aufgrund britischer Überlegenheit.
Eine letzte, am 31. August begonnene deutsch-italienische Großoffensive
mußte nach drei Tagen wegen Treibstoffmangels abgebrochen
werden. Während die Briten auf eine nur 100 Kilometer lange
Nachschublinie nach Alexandria zurückgreifen konnten, mußten
die Versorgungsgüter für die Deutschen über 1.000
Kilometer durch die Wüste transportiert werden.
Als die 8. Armee unter Bernard L. Montgomery am 23. Oktober
zum Angriff überging, standen knapp 100.000 deutsche und
italienische Soldaten mit 550 Panzern etwa 230.000 britischen,
südafrikanischen, indischen und neuseeländischen Soldaten
mit über 1.200 Panzern gegenüber. Nach der für
den Afrikafeldzug entscheidenden Materialschlacht war die
Kampfstärke auf 30 bzw. 600 Panzer reduziert. 30.000 Mann
gerieten in britische Gefangenschaft. Als die Briten am 2. November
1942 die deutschen Stellungen durchbrachen, verfügte Rommel
gegen den Befehl Hitlers den Rückzug seiner fast völlig
aufgeriebenen und erschöpften Truppen nach Libyen. Nachdem
über 100.000 amerikanische und britische Soldaten nach der
Landung in Marokko und Algerien am 8. November 1942 eine zweite
Front im Rücken von Rommels Truppen eröffneten, wurde
die militärische Situation für die Wehrmacht in Nordafrika
aussichtslos.
(as)