1918-33 |
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"Kriegsschuldreferat"Ende 1918 gründete das Auswärtige Amt das "Spezialbüro Bülow", das wenig später zum "Kriegsschuldreferat" ausgebaut wurde. Das Kriegsschuldreferat sammelte Material für die deutsche Delegation auf der Pariser Friedenskonferenz, um den Vorwurf der Alliierten zu widerlegen, die Mittelmächte hätten den Ersten Weltkrieg mit Vorbedacht geplant und das Deutsche Reich habe ihn "vorsätzlich" vom Zaun gebrochen und unter flagranter Mißachtung des Kriegsvölkerrechts geführt. Das personell sehr gut ausgestattete "Kriegsschuldreferat" sollte die Propagandatätigkeit gegen den Versailler Vertrag bündeln und Zeitungen aus dem In- und Ausland mit Material versorgen, das die deutsche Vorkriegspolitik in ein günstigeres Licht stellte. Daneben finanzierte es scheinbar unabhängige Institutionen wie die "Zentralstelle für Erforschung der Kriegsursachen" und den "Arbeitsausschuß Deutscher Verbände". Das "Kriegsschuldreferat" bemühte sich mit Erfolg, den 1919 von der Nationalversammlung eingesetzten und bis 1932 tätigen "Untersuchungsausschuß für die Schuldfragen" von der Veröffentlichung Deutschland belastender Dokumente abzuhalten. Zugleich wandte sich das Kriegsschuldreferat gegen das unkontrollierte Vorpreschen extrem nationalistischer Kreise, um so seine eigene Arbeit dem parteipolitischen Streit zu entziehen und um gegenüber dem Ausland glaubwürdig zu bleiben. (ga)
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