1944

[Photo: Der Besprechungsraum im

[Flugblatt: Alliierte Streitkräfte

[Photo: Kinder in Auschwitz, 1945?]

 

Chronik




 
Januar
1. 1. Generalfeldmarschall Erwin Rommel übernimmt den Oberbefehl über die deutsche Heeresgruppe in Nordfrankreich.
Im Deutschen Reich werden neue Postleitzahlen eingeführt.
4. 1. Generalfeldmarschall Erich von Manstein reist zu Adolf Hitler in dessen Hauptquartier "Wolfsschanze" (bei Rastenburg/Ostpreußen), um ihn zu einer Rückverlegung der Ostfront zu bewegen. Doch Hitler will die Front um jeden Preis halten.
8. 1. Ein faschistisches Sondergericht in Verona verurteilt fünf Faschistenführer zum Tode, die im Vorjahr am Sturz Benito Mussolinis beteiligt waren. Unter ihnen ist auch Mussolinis Schwiegersohn, Graf Galeazzo Ciano.
11. 1. Zur Unterdrückung der norwegischen Oppositionsbewegung werden 400 norwegische Studenten in deutsche Konzentrationslager (KZ) verbracht.
12. 1. US-Präsident Franklin D. Roosevelt fordert die Einführung einer nationalen Arbeitspflicht.
14. 1. Die Rote Armee beginnt eine Offensive gegen die deutsche Heeresgruppe in Nordrußland.
19. 1. Mit der Verhaftung von Helmuth James Graf von Moltke wird die Widerstandsgruppe "Kreisauer Kreis" zerschlagen.
20. 1. Die vorrückenden sowjetischen Truppen erobern Nowgorod (Nordrußland).
21. 1. Das Schauspiel "Hanneles Himmelfahrt" von Gerhart Hauptmann wird in New York uraufgeführt.
22. 1. Alliierte Truppen landen in Anzio südlich von Rom und bilden einen Brückenkopf im Rücken der deutschen Verteidigungslinie.
23. 1. Die bulgarische Hauptstadt Sofia ist wegen der alliierten Luftangriffe vollständig evakuiert.
28. 1. Die über 900 Tage andauernde deutsche Belagerung von Leningrad (heute: St. Petersburg) wird beendet.
In Berlin wird der Spielfilm "Die Feuerzangenbowle" mit Heinz Rühmann zum ersten Mal gezeigt.
 
Februar
1. 2. General Charles de Gaulle vereinigt alle französischen Widerstandsgruppen.
2. 2. In München werden Carl Orffs "Carmina Burana" als szenisches Spiel uraufgeführt.
4. 2. Das Drama "Antigone" von Jean Anouilh hat in Paris Premiere.
8. 2. Die USA fordern Finnland ultimativ zur Aufnahme von Friedensverhandlungen auf.
14. 2. Sämtliche deutschen Spionage- und Nachrichtendienste werden im Amt "Abwehr" zusammengefaßt und Heinrich Himmler unterstellt. Zwei Tage zuvor wurde Admiral Wilhelm Canaris als Chef der Abwehr im Oberkommando der Wehrmacht (OKW) entlassen. Canaris nutzte seine Position um ein Zentrum des Widerstands gegen Hitler zu formieren.
15. 2. In Montecassino (Süditalien) wird das weltberühmte Benediktinerkloster aus dem 6. Jahrhundert durch einen Bombenangriff der Alliierten völlig zerstört.
17. 2. Gegen den Befehl Hitlers beginnt auf Anweisung von Generalfeldmarschall Manstein der Ausbruch der deutschen Truppen aus dem Kessel von Tscherkassy (Südrußland). Von den 50.000 Soldaten gelingt 30.000 der Durchbruch nach Westen.
20. 2. Die großangelegte Luftoffensive ("Big Week") der Alliierten gegen deutsche Industrie- und Rüstungseinrichtungen beginnt.
22. 2. In einer Rede vor dem Parlament akzeptiert der britische Ministerpräsident Winston Churchill die von der Sowjetunion geforderte "Westverschiebung" Polens.
25. 2. Die Innenstadt von Augsburg wird durch einen Bombenangriff fast völlig zerstört.
26. 2. Nachdem der rumänische Staatschef Ion Antonescu (1882-1946) seine Solidarität mit Deutschland erklärt hat, läßt Hitler seine Pläne zur Besetzung Rumäniens fallen.
 
März
1. 3. Mit der "Verlags-Sperrliste" gibt die Reichspressekammer ein Verbot zahlreicher deutscher Verlage bekannt, unter ihnen Brockhaus, Westermann und Goldmann.
3. 3. Im Konflikt um die künftige polnisch-sowjetische Grenzziehung lehnt Josef W. Stalin Verhandlungen mit der polnischen Exilregierung in London ab.
4. 3. Die sowjetische Frühjahrsoffensive beginnt. Sie führt zum Rückzug der Wehrmacht aus der Ukraine.
6. 3. Finnland beginnt Waffenstillstandsverhandlungen mit der Sowjetunion.
15. 3. Als Leiter des "Judenreferats" im Reichssicherheitshauptamt (RSHA) ordnet Adolf Eichmann die systematische Erfassung der griechischen Juden zur Deportation an.
16. 3. Rumänien beginnt, mit den Alliierten über einen Waffenstillstand zu verhandeln.
19. 3. Einheiten der Wehrmacht und der Schutzstaffel (SS) besetzen Ungarn. Damit beginnt auch dort die Verfolgung und Deportation der Juden.
Hitler gibt einer schwedischen Zeitung sein letztes öffentliches Interview.
20. 3. Die Rote Armee erobert die ukrainische Stadt Winniza mit Hitlers ehemaligem Hauptquartier.
24. 3. Bei einem Bombenattentat von Widerstandskämpfern in Rom werden 33 deutsche Polizisten getötet. Auf Befehl Hitlers werden daraufhin 335 italienische Geiseln in den Ardeatinischen Höhlen in der Nähe von Rom erschossen.
29. 3. In Moskau fordert das Nationalkomitee "Freies Deutschland" zum Kampf gegen das NS-Regime auf, um die "Katastrophe" noch abzuwenden.
30. 3. Generalfeldmarschall Manstein wird als Oberbefehlshaber der deutschen Heeresgruppe Süd abgelöst. Er versuchte, Hitler zu einem Rückzug der Wehrmacht im Osten zu bewegen.
31. 3. Alle Eltern im Deutschen Reich werden aufgefordert, in luftkriegsgefährdeten Gebieten die Kinderlandverschickung zu unterstützen.
 
April
1. 4. In Ungarn führt die deutsche Besatzungsmacht Rassegesetze zur Ausschaltung der Juden aus dem öffentlichen Leben ein.
2. 4. Die Rote Armee marschiert in Rumänien ein.
3. 4. Das letzte große Schlachtschiff der deutschen Marine, die "Tirpitz", wird im nördlichen Norwegen durch einen britischen Angriff schwer beschädigt.
4. 4. Zwei Kommunisten werden von de Gaulle in das Befreiungskomitee in Algier aufgenommen.
7. 4. Sowjetische Einheiten beginnen die Rückeroberung der Halbinsel Krim.
8. 4. Der Reichsarbeitsdienst für Mädchen wird auf eineinhalb Jahre verlängert.
19. 4. Mit 125 Flugzeugen unternimmt die deutsche Luftwaffe den letzten großen Bomberangriff auf London.
20. 4. Griechenland und das jugoslawische Befreiungskomitee unter Josip Broz Tito nehmen diplomatische Verbindungen auf.
24. 4. Mussolini beendet als Ministerpräsident der faschistischen Republik von Saló seinen Besuch in Hitlers Hauptquartier "Wolfsschanze".
25. 4. Zur Unterdrückung der Oppositionsbewegung und zur Vorbeugung gegen Sabotageakten nehmen die deutschen Truppen in Dänemark über 200 Geiseln.
28. 4. Im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau treffen die ersten aus Ungarn deportierten Juden ein.
 
Mai
3. 5. Auf Druck der Alliierten schränkt Spanien seine wirtschaftlichen Verbindungen zu Deutschland ein und zieht seine Freiwilligen-Truppen von der Ostfront ab.
5. 5. Reichsjustizminister Otto Georg Thierack erklärt das Todesurteil zur allgemeingültigen Strafe für jegliche "Gefährdung der Kriegführung und Sicherheit des Deutschen Reiches". Vorher stand auf 46 Einzeltatbestände die Todesstrafe.
9. 5. Die Rote Armee nimmt nach schweren Kämpfen die Bastion Sewastopol auf der Krim ein.
10. 5. Das OKW berichtet über die gezielte Überflutung von Teilen der Niederlande, die einen alliierten Vormarsch erschweren soll.
14. 5. Teile der militärischen Führung in Frankreich erstellen mit Generalfeldmarschall Rommel Pläne zum Putsch gegen Hitler.
18. 5. Die Truppen der Westmächte durchbrechen mit der Eroberung von Montecassino die deutsche Verteidigungslinie in Unteritalien und beginnen ihren Vormarsch auf Rom.
21. 5. Reichsfrauenführerin Gertrud Scholtz-Klink fordert zum Muttertag die deutschen Frauen zu "Geburtshöchstleistungen" auf.
23. 5. Einem Angriff von deutschen Luftlandetruppen auf sein Hauptquartier entgeht der jugoslawische Partisanenführer Tito knapp.
25. 5. Als Reichsführer SS plant Himmler die Errichtung von Forschungszentren in KZ, um jüdische Wissenschaftler in den Dienst für das NS-Regime zu nehmen.
 
Juni
4. 6. Die Alliierten marschieren in Rom ein. Sie hatten sich mit dem deutschen Oberbefehlshaber Albert Kesselring verständigt, auf Kampfhandlungen zu verzichten.
5. 6. Der italienische König Viktor Emanuel III. dankt zugunsten seines Sohnes Humbert II. (1904-1983) ab.
6. 6. Mit 6.000 Schiffen beginnt in der Normandie die Invasion der Alliierten in Westeuropa. Mit der Landung von 150.000 Soldaten werden mehrere Brückenköpfe gebildet. Auch wegen der Lufthoheit der 14.000 alliierten Bomber können die deutschen Einheiten keine entscheidende Abwehr leisten. Der deutsche Nachschub wird unterbunden.
7. 6. Der belgische König Leopold III. (1901-1983) wird in deutsche Kriegsgefangenschaft genommen.
8. 6. Die alliierten Truppen in der Normandie beginnen mit ihrem Vormarsch.
Die Wehrmacht räumt auf ihrem Rückzug in Italien die Toskana.
10. 6. Als Vergeltung für einen ermordeten SS-Offizier liquidieren deutsche Truppen den französischen Ort Oradour-sur-Glane mitsamt den 642 Einwohnern.
12. 6. Erstmals wird London mit der Flugbombenwaffe V1 beschossen.
17. 6. Island erklärt sich nach Auflösung der Personalunion mit Dänemark zur Republik.
18. 6. Die Deutsche Fußballmeisterschaft gewinnt der Dresdner SC mit einem 4:0 über den Luftwaffen-SV Hamburg.
19. 6. Sowjetische Partisanen zerstören im größten Sabotageakt des Zweiten Weltkriegs an 9.600 Stellen die deutschen Eisenbahnnachschubwege.
24. 6. Der emigrierte Schriftsteller Thomas Mann erhält in den USA das Bürgerrecht.
30. 6. An den Brückenköpfen in der Normandie sind bereits 850.000 Soldaten und 148.000 Fahrzeuge der Alliierten gelandet.
 
Juli
3. 7. Die Kesselschlacht von Minsk endet mit der Eroberung der Stadt durch sowjetische Truppen.
5. 7. Der britische Außenminister Robert Anthony Eden berichtet dem Parlament über die Deportation und Vernichtung der europäischen Juden durch die Deutschen.
6. 7. In Washington verhandelt de Gaulle mit US-Präsident Roosevelt über eine Anerkennung seiner "Provisorischen Regierung der Französischen Republik".
9. 7. Die Stadt Caen in der Normandie wird nach schweren Kämpfen von Truppen der Westmächte eingenommen.
18. 7. Wegen seiner drohenden Verhaftung flieht Carl Friedrich Goerdeler nach Ostpreußen. Er ist seit 1937 ein Organisator der deutschen Widerstandsbewegung.
20. 7. Das Bombenattentat der Widerstandsgruppe um Oberst Claus Graf Schenk von Stauffenberg auf Hitler scheitert. Die im Besprechungszimmer der "Wolfsschanze" plazierte Bombe verletzt Hitler nur leicht. Der Staatsstreich in Berlin schlägt fehl, Stauffenberg und drei weitere Offiziere werden erschossen. Dem ehemaligen Generaloberst Ludwig Beck wird Gelegenheit zum Selbstmord gegeben, der jedoch zweimal scheitert. Daraufhin wird er von einem Feldwebel erschossen.
21. 7. Wegen des gescheiterten Attentats begeht der Widerständler Generalmajor Henning von Tresckow Selbstmord.
22. 7. Unter sowjetischem Einfluß wird das "Polnische Komitee der nationalen Befreiung" gegründet. Es übernimmt in den sowjetisch kontrollierten Gebieten von Polen die Verwaltungsgeschäfte.
23. 7. Die Rote Armee befreit das Vernichtungslager Majdanek bei Lublin, in dem über eineinhalb Millionen Menschen ermordet wurden.
30. 7. Mit dem "Terror- und Sabotageerlaß" werden Widerstandskämpfer nicht mehr Wehrmachtsgerichten überstellt, sondern sofort erschossen oder der Sicherheitspolizei übergeben.
31. 7. Bei Avranches gelingt den alliierten Kräften in der Normandie der Durchbruch durch den deutschen Verteidigungsring.
 
August
2. 8. Die Rote Armee überquert auf ihrem Vormarsch in Polen die Weichsel.
Im Rahmen der "totalen Kriegführung" fallen im Deutschen Reich alle Sportmeisterschaften aus.
3. 8. Innerhalb von drei Tagen sind in Auschwitz-Birkenau 6.000 Sinti und Roma vergast worden.
8. 8. Der erste Prozeß gegen acht Beteiligte am Attentat vom 20. Juli endet mit der Verurteilung zum Tode. Die Todesstrafe wird auf Anordnung Hitlers sofort vollzogen.
10. 8. Joseph Goebbels verbietet alle "öffentlichen Verantaltungen nicht kriegsgemäßen Charakters".
12. 8. Aufgrund der starken Partisanenaktivitäten in Oberitalien befiehlt der deutsche Befehlshaber Kesselring scharfe Vergeltungsmaßnahmen.
15. 8. Das Arbeitsdienstalter für Frauen in Deutschland wird von 45 auf 50 Jahre angehoben.
Alliierte Truppen landen in Südfrankreich zwischen Cannes und Toulon.
16. 8. "Die Liebe der Danae" von Richard Strauss wird in Salzburg zum ersten Mal aufgeführt.
17. 8. Der französische Ministerpräsident Pierre Laval wird von den deutschen Besatzern verhaftet.
18. 8. Nach elfjähriger Einzelhaft wird der ehemalige Vorsitzende der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD), Ernst Thälmann, im KZ Buchenwald ermordet.
19. 8. Der von seinem Oberbefehl an der Westfront entbundene Generalfeldmarschall Hans-Günther von Kluge begeht Selbstmord.
21. 8. Auf einer Konferenz in Washington beschließen die USA, China, Großbritannien und Frankreich die Gründung der Vereinten Nationen als Ersatz für den Völkerbund.
23. 8. In Rumänien wird Staatschef Antonescu gestürzt. Zwei Tage später folgt die Kriegserklärung an Deutschland.
24. 8. Der Sozialdemokrat Rudolf Breitscheid kommt im KZ Buchenwald ums Leben.
25. 8. Truppen de Gaulles und alliierte Verbände marschieren in Paris ein. Kurz darauf nimmt die provisorische Regierung unter de Gaulle ihre Arbeit auf.
Der Tanzfilm "Die Frau meiner Träume" mit Marika Rökk wird in Berlin uraufgeführt.
31. 8. Die Rote Armee rückt in die rumänische Hauptstadt Bukarest ein.
 
September
2. 9. Um den Vormarsch der alliierten Truppen zu stoppen, werden große Gebiete Belgiens und der Niederlande von den Deutschen überflutet.
3. 9. Die belgische Hauptstadt Brüssel wird von den Westmächten eingenommen.
8. 9. Der gefangengenommene Widerstandskämpfer Goerdeler wird vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt. Nach fünfmonatigen Verhören wird er am 2. Februar 1945 hingerichtet.
Nach dem Einmarsch der Roten Armee erklärt Bulgarien dem Deutschen Reich den Krieg.
Erstmals wird die von Wernher Freiherr von Braun entwickelte V2-Rakete zum Angriff auf London eingesetzt.
11. 9. Alliierte Truppen erreichen bei Trier das Reichsgebiet.
Churchill und Roosevelt verständigen sich auf den sogenannten Morgenthauplan, der eine Umwandlung Deutschlands zum Agrarstaat vorsieht.
12. 9. In London veröffentlichen die USA, Großbritannien und die Sowjetunion eine Erklärung über die beabsichtigte Aufteilung Deutschlands in Besatzungszonen.
Rumänien schließt mit der Sowjetunion und den Westmächten einen Waffenstillstand.
13. 9. Die Zeitschrift "Simplicissimus" stellt nach 49 Jahren ihr Erscheinen ein.
15. 9. Sowjetische Einheiten marschieren in die bulgarische Hauptstadt Sofia ein.
17. 9. Mit der größten Luftlandeaktion des Weltkriegs setzen die Alliierten 35.000 Mann hinter der deutschen Westfront in den Niederlanden ab. Die geplante Besetzung von Rheinübergängen durch die Alliierten schlägt jedoch fehl.
19. 9. Finnland schließt ein Waffenstillstandsabkommen mit der Sowjetunion.
25. 9. Hitler ordnet die Erfassung aller wehrfähigen Männer zwischen 16 und 60 Jahren für den "Volkssturm" an.
28. 9. Im KZ Theresienstadt beginnt die Deportation von 18.000 Juden in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau.
 
Oktober
3. 10. Hitler befiehlt den Rückzug der Wehrmacht aus Griechenland.
6. 10. Die Rote Armee marschiert in Ungarn ein.
7. 10. Im Krematorium von Auschwitz-Birkenau scheitert ein Aufstand der dort zur Arbeit eingesetzten Juden.
9. 10. In Moskau beginnen Gespräche zwischen dem sowjetischen Staatschef Stalin und dem britischen Ministerpräsidenten Churchill über Einflußgebiete auf dem Balkan.
12. 10. Französische Truppen erobern die Stadt Bordeaux.
In Zürich wird das Drama "Die Fliegen" von Jean-Paul Sartre uraufgeführt.
14. 10. Generalfeldmarschall Rommel begeht unter Androhung eines Hochverratsprozesses Selbstmord.
15. 10. Der ungarische Reichsverweser Miklós Horthy (1868-1957) verkündet einen Waffenstillstand mit den sowjetischen Truppen. Daraufhin besetzen Wehrmachtseinheiten Budapest.
16. 10. Verbände der Roten Armee rücken in Ostpreußen ein.
17. 10. Im Deutschen Reich wird für Jugendliche der "soldatische Haarschnitt" obligatorisch.
18. 10. Die Gauleiter der NSDAP organisieren die Aufstellung der ersten "Volkssturm"-Einheiten.
20. 10. Die jugoslawische Hauptstadt Belgrad wird von sowjetischen und von Partisaneneinheiten erobert.
23. 10. Die Sowjetunion, Großbritannien und die USA erkennen die provisorische Regierung de Gaulles in Frankreich offiziell an. Zwei Tage später wird Italien als vollberechtigtes Mitglied der Vereinten Nationen anerkannt.
28. 10. Bulgarien schließt einen Waffenstillstand mit den Westmächten und mit der Sowjetunion. Zugleich erklärt Bulgarien seinen Beitritt zum Krieg gegen Deutschland.
 
November
4. 11. Die Versorgungslage in den befreiten Ländern Frankreich, Belgien und den Niederlanden wird von den Alliierten als katastrophal bezeichnet.
7. 11. Roosevelt gewinnt erneut die Präsidentschaftswahlen in den USA.
10. 11. In Köln werden 13 Mitglieder der Jugendorganisation "Edelweißpiraten" hingerichtet.
12. 11. Das letzte große deutsche Schlachtschiff "Tirpitz" wird in Norwegen versenkt.
13. 11. Den Juden im Deutschen Reich wird der Aufenthalt in Wärmehallen verboten.
17. 11. Roosevelt versagt die von der polnischen Exilregierung erbetene Garantieerklärung für die Grenzen Polens.
Frauen des Arbeitsdienstes werden als Flakhelfer eingesetzt, um Soldaten für den Frontdienst freizusetzen.
20. 11. Hitler verläßt die "Wolfsschanze" und bezieht den Führerbunker in Berlin.
23. 11. Amerikanische Truppen erobern Straßburg und erreichen damit den Rhein.
26. 11. Himmler ordnet die Einstellung der Vergasung und deren Spurenbeseitigung in Auschwitz an. Die Häftlinge sollen in die KZ Dachau und Bergen-Belsen gebracht werden.
 
Dezember
2. 12. Der Schriftsteller und Begründer des Futurismus Filippo Tommaso Marinetti (1876-1944) stirbt in Bellagio.
3. 12. In Griechenland bricht ein Bürgerkrieg aus, da sich die kommunistischen Widerstandsgruppen nicht entwaffnen lassen wollen.
5. 12. Reichsfrauenführerin Scholtz-Klink ruft alle Frauen in Deutschland zur aktiven Verteidigung auf.
7. 12. Britische Truppen beginnen ihre Unterstützung der sozialdemokratischen Regierung in Griechenland im Kampf gegen die kommunistische Befreiungsarmee.
10. 12. Otto Hahn erhält den Nobelpreis für Chemie aufgrund seiner Entdeckung der Kernspaltung rückwirkend für das Jahr 1943.
13. 12. Tod des russischen Malers Wassily Kandinsky in Paris.
15. 12. In Prag wird der Film "Große Freiheit Nr. 7" mit Hans Albers und Ilse Werner uraufgeführt.
16. 12. Mit der Ardennenoffensive beginnt der letzte vergebliche Defensivangriff der deutschen Wehrmacht.
18. 12. In Wien wird das "Provisorische Österreichische Nationalkomitee" unter Einschluß der wichtigsten Widerstandsgruppen gegründet.
24. 12. Die ungarische Hauptstadt Budapest ist von der Roten Armee eingekesselt.
25. 12. Generalfeldmarschall Gerd von Rundstedt erklärt die Ardennenoffensive für gescheitert. Hitler befiehlt jedoch deren Fortsetzung.
31. 12. Hitler hält die Silvesteransprache.
[Text] [Ton]
 
Außerdem:
Leonard Bernstein (1918-1990): Fancy Free (Ballett)
Albert Camus: Das Mißverständnis (Schauspiel)
Frank Capra (1897-1991): Arsen und Spitzenhäubchen (Film)
Sergej Eisenstein (1898-1948): Iwan der Schreckliche (Film)
Veit Harlan: Opfergang (Film)
Laurence Olivier (1907-1989): Heinrich V. (Film)
Jean-Paul Sartre: Bei geschlossenen Türen (Drama)
Anna Seghers: Transit (Roman)
Franz Werfel (1890-1945): Jacobowsky und der Oberst (Komödie)

(mw)

 

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