1940

[Photo: Ghetto Rzeszow, 1940]

[Druckschrift: KdF-Wagen, 1940]

[Gemälde: Felix Nussbaum "Im Lager (Gefangenenlager)", 1940]

Chronik



Januar
1. 1. Für Studenten wird ein kriegswirtschaftlicher Zwangsdienst während der ersten drei Semester eingeführt.
4. 1. Hermann Göring wird zum Leiter der Kriegswirtschaft ernannt.
In New York wird der Film "Früchte des Zorns" von John Ford (1895-1973) uraufgeführt.
5. 1. Der britische Kriegsminister Leslie Hore-Belisha (1893-1957) tritt nach Auseinandersetzungen mit der Militärführung zurück. Sein Nachfolger wird der bisherige Handelsminister Oliver Stanley.
8. 1. Mit zwei gewonnenen Schlachten gelingt es der finnischen Armee, den Vormarsch der sowjetischen Truppen zu stoppen.
10. 1. Durch die Notlandung eines Kurierflugzeugs in Belgien werden Teile des deutschen Aufmarschplans an der Westfront den Alliierten bekannt. Daraufhin verbietet Hitler die Weitergabe geheimer Planungen an nachgeordnete Dienststellen.
11. 1. Nach einem neuen Plan soll das Reichsautobahnnetz auf die annektierten Gebiete ausgedehnt werden. Trotz dieser Planung kommt der Autobahnbau völlig zum Erliegen.
17. 1. Das französische Parlament entzieht allen kommunistischen Abgeordneten, die sich nicht von der Dritten Internationalen losgesagt haben, ihr Mandat.
23. 1. Juden in Deutschland wird der Bezug von Schuhen und Leder verboten.
26. 1. Die vereinbarte Umsiedlung von Deutschen aus dem sowjetisch besetzten Polen in das Deutsche Reich wird abgeschlossen. Zehntausende von Umsiedlern sind in den letzten beiden Monaten aus Polen und aus den baltischen Staaten in das Reichsgebiet gekommen.
27. 1. Die deutsche Regierung fordert für die Kriegswirtschaft die Bereitstellung von mindestens 1 Million Arbeitern aus dem Generalgouvernement.

Februar
2. 2. Propagandaminister Joseph Goebbels erklärt den Film zu einem wichtigen Instrument der Moralsteigerung während des Kriegs. Deshalb dürften Filme nicht intellektuell sein.
11. 2. Die Sowjetunion und das Deutsche Reich schließen ein Wirtschaftsabkommen, das den Austausch kriegswichtiger Rohstoffe vorsieht.
Der Roten Armee gelingt mit einer Großoffensive der Durchbruch durch die finnische Verteidigungslinie.
13. 2. Das Parteigericht der Nationalsozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands (NSDAP) enthebt den Gauleiter und Herausgeber des "Stürmer" Julius Streicher aller Parteiämter. Der umstrittene Streicher hatte wegen eines Angriffs auf Göring Redeverbot erhalten.
16. 2. Ein britischer Kreuzer entert in norwegischen Gewässern das deutsche Versorgungsschiff "Altmark" mit 300 britischen Kriegsgefangenen an Bord. Daraufhin beschleunigt sich die deutsche Vorbereitung für die Besetzung Norwegens.
Uraufführung des Films "Ein Mann auf Abwegen" mit Hans Albers.
22. 2. In Frankreich werden Planungen für eine Intervention in der Sowjetunion zur Zerstörung der Erdölzentren Baku und Batumi entworfen.
24. 2. Der ehemalige deutsche Botschafter Ulrich von Hassell legt für die bürgerliche Widerstandsgruppe um Carl Friedrich Goerdeler einen Plan zum Putsch gegen das NS-Regime vor.
29. 2. Palästina wird von der britischen Mandatsverwaltung in drei Zonen aufgeteilt, um die Siedlung von Arabern und Juden zu regeln.

März
7. 3. Das größte Schiff der Welt, der Luxusdampfer "Queen Elizabeth", trifft nach seiner geheimen Jungfernfahrt in New York ein. Es wird von nun an als Truppentransporter benutzt.
8. 3. Mit den sogenannten Polenerlassen wird das Leben von polnischen Arbeitern im Deutschen Reich stark eingeschränkt. Kontakte mit Deutschen sind ihnen untersagt.
9. 3. Neue Jugendschutzgesetze verbieten Jugendlichen den Aufenthalt an öffentlichen Orten nach Tagesende.
12. 3. Finnland und die Sowjetunion schließen einen Friedensvertrag, der den Finnen umfangreiche Gebietsabtretungen auferlegt.
Aufgrund der alliierten Seeblockade werden die deutschen Kohlelieferungen an Italien nun per Eisenbahn über die Alpen durchgeführt.
14. 3. Göring ruft zu einer Metallspendensammlung für die Kriegswirtschaft auf.
Die Evangelische Kirche im Reichsgau Wartheland verliert ihre staatliche Anerkennung und hat nur noch Vereinscharakter.
17. 3. Fritz Todt übernimmt das neugeschaffene Ministerium für Bewaffnung und Munition.
18. 3. Adolf Hitler und Benito Mussolini treffen sich auf dem Brenner-Grenzbahnhof. Es ist ihre erste Begegnung seit Kriegsbeginn.
20. 3. Nachdem das Parlament ihm das Mißtrauen ausgesprochen hat, tritt der französische Ministerpräsident Édouard Daladier zurück. Der bisherige Finanzminister Paul Reynaud übernimmt das Amt.
28. 3. Auf der Londoner Tagung des Obersten Kriegsrats können sich die Vertreter Frankreichs und Großbritanniens nach dem finnisch-sowjetischen Frieden nicht auf eine gemeinsame Kriegsstrategie einigen.

April
2. 4. Italien ordnet die zivile Mobilmachung an. Damit können alle Einwohner ab dem 14. Lebensjahr zu Zivilverteidigungsaufgaben verpflichtet werden.
8. 4. Die britische Marine beginnt mit der Verminung der norwegischen Küste.
9. 4. Ohne Kriegserklärung marschiert die deutsche Wehrmacht in Dänemark und Norwegen ein. Dänemark kapituliert nach einem Tag, ohne ernsthaften Widerstand leisten zu können. Der norwegische König flieht aus Oslo in den Norden des Landes. Schweden erklärt seine Neutralität gegenüber dem deutschen Überfall.
14. 4. Alliierte Truppen landen bei Narvik auf den norwegischen Lofoteninseln.
21. 4. Auf einer Kundgebung in Rom gibt Mussolini mit der Parole "Arbeiten und Rüsten" den baldigen Kriegseintritt Italiens bekannt.
25. 4. Der norwegische König lehnt jede Verhandlung mit Deutschland ab, solange Norwegen besetzt ist.
26. 4. Tod des Chemikers und Nobelpreisträgers Carl Bosch in Heidelberg.
30. 4. In Lodz/Litzmannstadt wird ein bewachtes Ghetto für Juden eingerichtet.

Mai
3. 5. Das Reichsluftfahrtministerium ordnet eine einheitliche und allgemeine Verdunkelung für ganz Deutschland zwischen Sonnenuntergang und -aufgang an.
Die in Helsinki angesetzten Olympischen Spiele werden abgesagt.
10. 5. Die Westoffensive der deutschen Truppen beginnt mit dem Einmarsch in die neutralen Länder Niederlande, Belgien und Luxemburg.
Vor allem wegen des Scheiterns seiner Appeasementpolitik gegenüber Hitler muß der britische Ministerpräsident Arthur Neville Chamberlain zurücktreten. Sein Nachfolger wird Winston Churchill.
Versehentlich bombardieren deutsche Flugzeuge Freiburg im Breisgau. Der Angriff dient später zur Rechtfertigung des Bombenkriegs gegen Großbritannien.
11. 5. Die neue britische Regierung genehmigt die Bombardierung deutscher Städte.
14. 5. Der Wehrmacht gelingt mit dem Durchbrechen der französischen Front bei Sedan die Abspaltung der französischen Truppen von Briten, Belgiern und Niederländern. Damit ist die Einkesselung der alliierten Truppen an der Nordseeküste möglich. Hitlers Planung einer offensiven Kriegführung im Westen (Operation "Sichelschnitt") hat sich als erfolgreich erwiesen. Die Wehrmachtsführung unter Walther von Brauchitsch hatte Hitlers Planungen ursprünglich abgelehnt.
15. 5. Die niederländische Armee kapituliert.
In den USA werden die ersten Damenstrümpfe aus Nylon zum Verkauf angeboten.
18. 5. Nach den militärischen Mißerfolgen Frankreichs wird die Regierung umgebildet. Der 85jährige Marschall Henri Philippe Pétain wird Stellvertreter von Ministerpräsident Reynaud.
Hitler befiehlt die Annexion belgischer Gebiete.
19. 5. Reichsinnenminister Wilhelm Frick verbietet der Zivilbevölkerung den Kontakt mit Kriegsgefangenen.
24. 5. Wegen der deutschen Westoffensive beschließt Großbritannien, seine militärischen Operationen in Norwegen einzuschränken.
26. 5. Das britische Expeditionskorps zieht sich in die Küstenstadt Dünkirchen zurück. Die deutschen Panzerverbände erhielten vor der Einkesselung von Hitler den Haltebefehl. Die von Göring geplante Einschließung von der Seeseite aus durch die deutsche Luftwaffe erwies sich als undurchführbar. Von dort beginnt die Evakuierung von über 300.000 alliierten Soldaten über den Ärmelkanal. Neben dem Einsatz aller verfügbaren Boote und Schiffe durch die Briten gelingt die Absetzbewegung auch durch die vielfache Hilfe privater Bootsbesitzer.
27. 5. Rumänien schließt mit dem Deutschen Reich ein Abkommen über den Austausch von Öl und Rüstungsmaterial ab.
28. 5. Der belgische König erklärt die Kapitulation der Armee und begibt sich in deutsche Kriegsgefangenschaft.
29. 5. Arthur Seyß-Inquart wird zum Reichskommissar für die Niederlande ernannt.
30. 5. Mussolini erklärt der deutschen Regierung, daß Italien nun in den Krieg eintreten werde.

Juni
5. 6. Die Großoffensive der deutschen Truppen in Frankreich beginnt mit Durchbrüchen an der französischen Nordwestfront.
Die französische Regierung wird erneut umgebildet. General Charles de Gaulle wird in das Kriegsministerium berufen.
6. 6. Das Wirtschaftsministerium erhält umfassende Vollmachten für die Rationierung von Waren und Lebensmitteln in Deutschland.
In den annektierten Gebieten Polens wird das deutsche Strafrecht für die polnische Bevölkerung eingeführt. Zahlreiche Vergehen werden nun mit der Todesstrafe belegt.
8. 6. Die deutschen Truppen dringen weiter in Richtung auf die untere Seine vor.
10. 6. Italien erklärt Großbritannien und Frankreich den Krieg.
Die letzten norwegischen Truppen kapitulieren.
14. 6. Die Wehrmacht rückt in das zur "offenen Stadt" erklärte Paris ein.
Die ersten politischen Häftlinge werden in das Konzentrationslager (KZ) Auschwitz gebracht.
15. 6. In einer Nachricht an die französische Regierung lehnt US-Präsident Franklin D. Roosevelt den geforderten Kriegseintritt ab.
15. - 17. 6. Die Rote Armee besetzt die baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen.
16. 6. Die französische Regierung von Ministerpräsident Reynaud tritt zurück. Pétain bildet ein neues Kabinett und bietet am folgenden Tag der deutschen Armee einen Waffenstillstand an.
17. 6. Der im niederländischen Doorn lebende Ex-Kaiser Wilhelm II. gratuliert Hitler in einem Glückwunschtelegramm zur Kapitulation Frankreichs.
18. 6. In München trifft sich Hitler mit Mussolini, um die Bedingungen für die französische Kapitulation zu besprechen.
In London ruft General de Gaulle zur Fortführung des französischen Widerstands gegen die deutsche Besatzung auf. Er erklärt die Gründung des "Nationalkomitees des Freien Frankreich".
22. 6. Zur Inszenierung der französischen Kapitulation wird in Compiègne der Eisenbahnwagen benutzt, in dem 1918 die Waffenstillstandsverhandlungen geführt worden sind.
28. 6. Mit der erzwungenen Abtretung rumänischer Gebiete setzt die Sowjetunion ihren Machtanspruch auf dem Balkan durch.
Die britische Regierung erkennt das "Nationalkomitee" de Gaulles als französische Exilvertretung an.
Der italienische Faschistenführer Italo Balbo (1896-1940) wird bei Tobruk (Libyen) mit seinem Flugzeug von eigenen Truppen abgeschossen.
29. 6. Tod des Malers Paul Klee in Muralto (bei Locarno).

Juli
1. 7. Josef W. Stalin lehnt das Bündnisangebot Großbritanniens ab.
3. 7. Nach Ablauf des Ultimatums an die französische Algerienflotte, sich den britischen Streitkräften anzuschließen oder sich selbst zu versenken, befiehlt Churchill ihre Zerstörung durch die britische Marine.
8. 7. Schweden erlaubt den Transit von deutschen Rüstungstransporten nach Nordnorwegen.
9. 7. Mit einer Denkschrift an Hitler beginnt der Protest der Kirchen gegen die "Euthanasie"-Maßnahmen. Im Zuge der "Euthanasie" werden mindestens 70.000 Bewohner von Pflege- und Heilanstalten ermordet.
10. 7. Der NS-Ideologe Alfred Rosenberg rechtfertigt die Besetzung Dänemarks und Norwegens mit Bezug auf die "nordische Schicksalsgemeinschaft".
Die deutsche Luftwaffe beginnt mit schwerer Bombardierung Südenglands.
12. 7. Marschall Pétain erklärt sich zum Nachfolger des zurückgetretenen französischen Präsidenten.
16. 7. Hitler befiehlt unter dem Operationsnamen "Seelöwe" die Planung zur Invasion Englands.
19. 7. Hitler richtet ein "letztes Friedensangebot" an Großbritannien.
21. 7. Die neuen Volksvertretungen in den baltischen Staaten beschließen die Eingliederung von Estland, Lettland und Litauen in die Sowjetunion.
26./27. 7. Die Regierungschefs von Bulgarien und Rumänien führen auf dem Obersalzberg Gespräche mit Hitler über die politische Ordnung auf dem Balkan.

August
2. 8. Ein französisches Kriegsgericht verurteilt de Gaulle als Gründer des "Komitees Freies Frankreich" in Abwesenheit zum Tode.
5. 8. Ministerpräsident Churchill erläßt Anweisungen für den Kriegszustand, womit vor allem die Luftschutzmaßnahmen verstärkt werden sollen.
7. 8. Baldur von Schirach wird zum Gauleiter und Reichsstatthalter von Wien ernannt. Sein Amtsnachfolger als Jugendführer wird Artur Axmann.
8. 8. Die britische Regierung schließt mit de Gaulle und dessen französischen Truppen ein Militärabkommen.
9. 8. Reichswirtschaftsminister Walther Funk verbietet Juden jeglichen Besitz von Vermögen.
13. 8. Mit dem "Adlertag" beginnt der Großangriff der Luftwaffe gegen die britischen Inseln. Da kein entscheidender Erfolg erzielt werden kann, konzentrieren sich die Angriffe auf Südengland.
20. 8. Die Bischofskonferenz verbietet katholischen Einrichtungen, die "Euthanasie"-Maßnahmen in Pflege- und Heilanstalten zu unterstützen.
21. 8. Der russische Revolutionär Leo D. Trotzki stirbt in Mexiko an den Folgen eines Mordanschlags, den ein Agent des sowjetischen Geheimdiensts auf ihn verübt hat.
30. 8. Deutschland und Italien entscheiden sich in der ungarisch-rumänischen Territorialfrage für die Abtretung des nördlichen Siebenbürgens an Ungarn.

September
2. 9. Für die Lieferung von 50 alten Zerstörern an Großbritannien erhalten die USA militärische Stützpunkte auf britischen Karibikinseln.
5. 9. Im Rahmen einer Filmwoche wird in Venedig der antisemitische Film "Jud Süß" von Veit Harlan uraufgeführt.
15. 9. Die schweren Verluste der Luftwaffe bei der "Battle of Britain" genannten Luftschlacht bedeuten praktisch die deutsche Niederlage im Kampf um die Luftherrschaft über England. Kurz darauf wird die geplante Invasion ohne neuen Termin verschoben.
16. 9. In den USA wird erstmals die Wehrpflicht in Friedenszeiten eingeführt.
18. 9. Die Kunst- und Kulturwerke der jüdischen Bankiersfamilie Rothschild in Frankreich werden nach Deutschland transportiert. Teile davon kommen in den Privatbesitz von Göring und Rosenberg.
19. 9. Die Vichy-Regierung im unbesetzten Teil Frankreichs klagt den Ex-Ministerpräsidenten Daladier und dessen Kriegskabinett wegen der Niederlage an.
27. 9. In Berlin unterzeichnen Deutschland, Italien und Japan das Dreimächteabkommen, das allen drei eine umfassende Expansion ermöglichen soll. Zugleich soll damit ein Kriegseintritt der USA verhindert werden.

Oktober
2. 10. In Warschau wird ein Ghetto für die jüdische Bevölkerung geschaffen.
3. 10. Der 71jährige Chamberlain verläßt aus gesundheitlichen Gründen die britische Regierung.
9. 10. Churchill wird als Nachfolger von Chamberlain Vorsitzender der britischen Konservativen.
Die französischen Truppen von General de Gaulle setzen sich trotz der Bekämpfung durch das Vichy-Regime in Kamerun fest.
15. 10. In New York wird Charlie Chaplins Film "Der große Diktator", eine Parodie auf Hitler, uraufgeführt.
18. 10. Göring wird mit der Ausarbeitung eines neuen Vierjahresplans beauftragt.
21. 10. Hitler beginnt eine mehrtägige Reise nach Westeuropa, bei der er den spanischen Diktator General Francisco Franco zum Kriegseintritt bewegen will.
28. 10. Italien erklärt Griechenland den Krieg und eröffnet von Albanien aus eine Offensive.

November
5. 11. Als einziger Kandidat in der Geschichte der USA wird Roosevelt zum dritten Mal zum Präsidenten gewählt.
Reichsarbeitsminister Franz Seldte zieht eine positive Bilanz der Halbtagsarbeit von Frauen außer Haus.
9. 11. In Rumänien gründen Angehörige der deutschen Minderheit eine NSDAP.
Arthur Neville Chamberlain stirbt in Heckfield (bei Reading).
11. 11. Die polnische und die tschechische Exilregierung in London vereinbaren eine stärkere Kooperation ihrer Widerstandsbewegungen.
12. 11. Der sowjetische Volkskommissar für Äußeres, Wjatscheslaw M. Molotow, kommt zu Gesprächen nach Berlin, wo Hitler ihn von einem Bündnis zur Niederwerfung Großbritanniens überzeugen will.
14. 11. Durch einen deutschen Luftangriff werden das Stadtzentrum und die Kathedrale von Coventry (Mittelengland) zerstört.
15. 11. Die deutsche Polizei in Warschau riegelt das jüdische Ghetto mit 400.000 Juden von der Außenwelt ab.
20. 11. Ungarn tritt dem Dreimächtepakt bei.
21. 11. Die bisher von vier Gesellschaften produzierten Wochenschauen werden zur "Deutschen Wochenschau" unter der Kontrolle von Goebbels zusammengefaßt.
24. 11. Die Vertreter der Slowakei unterzeichnen in Berlin den Beitritt zum Dreimächtepakt.
28. 11. Der antisemitische Propagandafilm "Der ewige Jude" wird in Berlin vorgestellt.

Dezember
8. 12. Churchill schildert dem US-Präsidenten Roosevelt die katastrophale finanzielle Lage Großbritanniens.
9. 12. Die britische Armee beginnt überraschend eine Gegenoffensive gegen die italienischen Truppen in Ägypten.
13. 12. Der französische Regierungschef Pétain entläßt seinen Stellvertreter und Außenminister Pierre Laval und stellt ihn unter Arrest. Laval hatte auf eine stärkere Kollaboration mit den Deutschen gedrängt und sich so gegen die Interessen Pétains gewandt.
17. 12. Roosevelt legt ein Leih-Pacht-Gesetz vor, mit dem die britische Kriegswirtschaft durch amerikanische Kredite gestärkt werden soll.
In Nordafrika rückt die britische Armee in die italienischen Kolonien ein.
18. 12. Hitler gibt die Weisung für den "Fall Barbarossa" aus. Damit wird der deutsche Angriff auf die Sowjetunion für Mai 1941 vorbereitet.
19. 12. Italien bittet wegen der britischen Offensive in Libyen um Entsendung einer deutschen Panzerdivision.
21. 12. Tod des amerikanischen Schriftstellers F. Scott Fitzgerald in Los Angeles.

Außerdem:
Johannes R. Becher: Abschied (Roman)
Werner Bergengruen: Am Himmel wie auf Erden (Roman)
Bertolt Brecht: Das Verhör des Lukullus (Hörspiel)
Arno Breker: Kameraden
Walt Disney (1901-1966): Pinocchio (Film)
Lion Feuchtwanger: Exil (Roman)
Graham Greene (1904-1991): Die Kraft und die Herrlichkeit (Roman)
Ernest Hemingway: Wem die Stunde schlägt (Roman)
Wolfgang Liebeneiner (1905-1987): Bismarck (Film)
Curt Oertel (1890-1960): Michelangelo (Film)
Heinrich Sutermeister (1910-1995): Romeo und Julia (Oper)

(mw)

19391941Home