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Die Reichspräsidentenwahl 1932

Im Frühjahr 1932 lief die Amtszeit des Reichspräsidenten ab. Während Paul von Hindenburg anstrebte, sich ohne Kampf durch ein Plebiszit im Amt bestätigen zu lassen, bemühte sich Reichskanzler Heinrich Brüning um eine Zweidrittelmehrheit im Reichstag, die Hindenburgs Amtszeit durch ein verfassungsänderndes Gesetz verlängern sollte. Brüning scheiterte hierbei doch am Widerstand von Adolf Hitler und Alfred Hugenberg. Hindenburg, unterstützt von den republikanisch-demokratischen Parteien, verfehlte beim erst Wahlgang am 13. März 1932 mit 49,6 Prozent aller Stimmen knapp die erforderliche Mehrheit. Dass mit Hitler und dem Stahlhelm-Führer Theodor Duesterberg zwei Politiker aus dem "nationalen Lager" gegen ihn angetreten waren, lastete er den gescheiterten Bemühungen Brünings an. Beim zweiten Wahlgang verzichtete Duesterberg auf eine eigene Kandidatur und unterstützte Hindenburg, dessen Amtszeit am 10. April mit 53 Prozent der abgegebenen Stimmen um sieben Jahre verlängert wurde. Hitler konnte sein Ergebnis im zweiten Wahlgang um sechs Prozent steigern und erhielt knapp 37 Prozent der Stimmen. Rund zehn Prozent aller Wähler hatten für den Kommunisten Ernst Thälmann gestimmt. Als drei Tage nach der Wiederwahl Hindenburgs am 13. April 1932 die Schutzstaffel (SS) und Sturmabteilung (SA) durch eine Notverordnung verboten wurden, zeigte man in der Umgebung des Reichspräsidenten wenig Verständnis dafür, dass dieses Verbot nicht auch für das republiktreue Reichsbanner galt.

Burkhard Asmuss
8. Juni 2011

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