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    Chiffriermaschine "Enigma", 1937

> Der Zweite Weltkrieg > Kriegsverlauf

Die Chiffriermaschine "Enigma"

Maschinen des Typs "Enigma" (griech.: Rätsel) dienten der Ver- und Entschlüsselung von Texten. Die Kodierung über die Schaltverbindungen dreier Chiffrierwalzen sowie über zusätzliche Steckerverbindungen für eine Doppelverschlüsselung ermöglichte eine riesige Anzahl von Schlüsselalphabeten und damit beachtliche Sicherheit und Geheimhaltung.

Die "Enigma", 1919 patentiert, wurde von dem deutschen Ingenieur Arthur Scherbuis zunächst für kommerzielle Zwecke angeboten. Sie verschwand jedoch vom zivilen Markt, als die im Entstehen begriffene Wehrmacht die robusten, leichten und batteriegespeisten Maschinen Mitte der 1920er Jahre für die Nachrichtentruppen einführte. Im Zweiten Weltkrieg wurden schätzungsweise rund 200.000 Enigma-Maschinen auf deutscher Seite eingesetzt.

Die alliierten Aufklärungsarbeiten zur Dechiffrierung des deutschen Nachrichtenverkehrs konzentrierten sich im Hauptquartier Bletchley Park, rund 50 Meilen nördlich von London. Hier waren, unter höchster Geheimhaltung, Spezialisten damit beschäftigt, die rund 4.000 täglich eingehenden deutschen Funksprüche zu entschlüsseln. "Ultra", so der britische Deckname, arbeitete rund um die Uhr im Wettlauf mit der Zeit. Erfolge hatten die Kryptologen besonders 1940 im Frankreichfeldzug und während der Luftschlacht um England sowie beim Afrikafeldzug. Die Dechiffrierung der Routen ermöglichte es der Royal Navy, deutsche Versorgungsschiffe für Erwin Rommels Afrikakorps in großer Zahl zu versenken.

Rosmarie Beier de Haan
19. Mai 2015

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