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    Gelandeter Luftlandesegler auf Kreta, 1941

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Die Landung auf Kreta 1941

Mit Abschluss des Balkanfeldzugs Ende April 1941 waren das griechische Festland und die umliegenden Inseln von deutschen Truppen besetzt. Einzig Kreta war noch in der Hand von einem Empire-Verband aus 32.000 Briten, Australiern und Neuseeländern sowie 10.000 griechischen Soldaten und zahlreichen kretischen Freiwilligen. Am 20. Mai 1941 leitete das größte Luftlandeunternehmen des Zweiten Weltkriegs die Eroberung des strategisch bedeutenden Luft- und Seestützpunkts im Mittelmeer ein. Die von der deutschen Aufklärung an Zahlenstärke erheblich unterschätzte Verteidigung unter dem neuseeländischen General Bernard Freyberg (1889-1963) war hingegen auf die Operation "Merkur" vorbereitet. Einen Großteil der 15.000 deutschen Fallschirmjäger unter General Kurt Student (1890-1978) erschossen oder verwundeten sie bereits in der Luft.

Mit Malemes im Nordwesten der Insel konnte nur einer der drei vorgesehenen Inselflugplätze erobert werden. Allerdings gelang es den Fallschirmtruppen, über den Flughafen und durch Seelandungen an der nahegelegenen Suda-Bucht insgesamt 14.000 Gebirgsjäger der 5. Gebirgs-Division heranzuführen.

Bei der bis zum 1. Juni in zähen Kämpfen erfochtenen Eroberung der Insel glichen die Deutschen die Überlegenheit der gegnerischen Truppenstärke durch eine nahezu uneingeschränkte Lufthoheit aus. Trotz erheblicher Verluste von neun versenkten Kriegsschiffen gelang es der britischen Royal Navy, noch etwa 17.000 Soldaten nach Ägypten zu verschiffen. Die Wehrmacht verlor über 6.500 Gefallene oder Vermisste, zumeist Fallschirmjäger. Nach der Einnahme Kretas hatte die einheimische Bevölkerung schwer an ihrer aktiven Verteidigung der Insel zu leiden. Den von Student als Exempel angeordneten Vergeltungsmaßnahmen fielen Hunderte von Zivilisten zum Opfer.

Für die NS-Propaganda galt die Eroberung von Kreta durch die dem Gegner zahlenmäßig unterlegenen deutschen Fallschirmjäger als Beweis eines unerhörten Kampfwillens der Fallschirmtruppen. Besungen wurde ihr mythisierter Ruhm in dem "Lied der Fallschirmjäger" oder in dem nach der Operation "Merkur" eigens komponierten Lied "Auf Kreta im Sturm und im Regen".

Arnulf Scriba
19. Mai 2015

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