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    Messerschmidt ME 110 über der libyschen Wüste, um 1941

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Die britische Offensive "Crusader" 1941

Die erste Offensive des Afrikafeldzugs führte die aus deutschen und italienischen Verbänden formierte Panzergruppe Afrika unter Erwin Rommel Anfang Mai 1941 nach Sollum an die libysch-ägyptische Grenze. Den sich anschließenden monatelangen Stellungskrieg nutzten die Briten dabei weitaus besser zur Versorgung und Aufrüstung ihrer Truppen. Im Gegensatz zu den Deutschen und Italiener verfügten sie über ausreichend Treibstoff, Munition und Ersatzteile. Allein am Frontabschnitt boten die Briten über 730 Panzer auf, zum Teil frisch aus Großbritannien eingetroffene moderne ”Crusaders”. Die beiden Panzerdivisionen des Deutschen Afrikakorps konnten demgegenüber nur 249, die Italiener 137 Panzer aufbieten.

Mit Beginn der Offensive "Crusader" am 18. November 1941 waren die deutsch-italienischen Stellungen an der Sollum-Front heftigen Angriffen der britischen 8. Armee ausgesetzt. Aufgrund der britischen Materialüberlegenheit verliefen die Panzerschlachten in der weiträumigen Wüstenebene für die Panzergruppe Afrika äußerst verlustreich. Das Afrikakorps verlor rund 220, die Italiener 120 Panzer. Mit seinen geschwächten Verbänden war Rommel nicht mehr in der Lage, die Front zu halten. Am 7. Dezember 1941 befahl er den Rückzug nach Westen. Drei Tage später entsetzten die Briten die Festungsbesatzung in Tobruk, die seit April 1941 von deutschen Einheiten eingeschlossen war. Über El Mechili und Benghasi zog sich das Afrikakorps bis Ende des Jahres 1941 nach El Agheila, ihren Ausgangspunkt zu Beginn des Afrikafeldzugs, zurück. Während die Briten aufgrund der Entfernung zu ihren Versorgungsbasen in Ägypten unter Nachschubmangel litten, konnten die Deutschen ihren Nachschub an Panzern und Treibstoff forcieren. Durch den strategischen Vorteil begünstigt begann Ende Januar 1942 mit der deutsch-italienischen Gegenoffensive der Vormarsch nach El Alamein.

Arnulf Scriba
19. Mai 2015

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