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    Ein polnischer Gefangener beim Verhör durch deutsche Offiziere, 1939

> Der Zweite Weltkrieg > Kriegsverlauf

Die Kesselschlacht bei Radom 1939

Angesichts der desolaten militärischen Lage vier Tage nach Beginn des deutschen Überfalls auf Polen ordnete die polnische Heeresleitung am 5. September 1939 zum Aufbau einer neuen Verteidigungslinie den Rückzug hinter die Weichsel an. Sechs Divisionen der nach Pulawy zurückweichenden polnischen Armee ”Prusy” sammelten sich im Weichselbogen um die Stadt Radom. Dabei wurden sie von der mit zahlreichen Panzern und motorisierten Einheiten zügig vorstoßenden deutschen 10. Armee unter Walter von Reichenau auf der nördlichen und südlichen Flanke überholt. Während vorauseilende Panzerspitzen der 10. Armee am 8. September die Außenbezirke Warschaus erreichten, drehte der rechte Flügel nach Norden entlang der Weichsel und versperrte der Armee ”Prusy” den Weg über den Fluss.

Die noch westlich der Weichsel eingekesselten polnischen Truppen waren den hochtechnisierten deutschen Verbänden unterlegen. Ab dem 11. September war die Armee "Prusy" starken Angriffen der Luftwaffe ausgesetzt. Während drei deutsche Korps nach Westen zur Schlacht an der Bzura eindrehten, nahm das Gros der 10. Armee nach der Kapitulation der "Prusy"-Armee am 12. September 65.000 polnische Soldaten gefangen. Aus Sicht der Wehrmacht war die erste Kesselschlacht des Zweiten Weltkriegs ein Erfolg. Die in Polen erprobte Strategie, mit beweglichen Einheiten in den Rücken gegnerischer Verbände vorzustoßen und sie in Umfassungsschlachten zu besiegen, wurde dann vor allem 1941 im Krieg gegen die Sowjetunion umgesetzt.

Arnulf Scriba
19. Mai 2015

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