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    Das zerstörte Rotterdam, 1940

> Der Zweite Weltkrieg > Kriegsverlauf

Die Bombardierung Rotterdams

Rotterdam stellte als Eckpfeiler der "Festung Holland" einen neuralgischen Punkt im Verteidigungskonzept der niederländischen Regierung dar. Die während der Westoffensive bis an die Maas bei Rotterdam vorgerückten Panzerspitzen der deutschen 18. Armee verfügten am 13./14. Mai 1940 über nicht genügend Kampfkraft, um einen Angriff auf die von starken Einheiten verteidigte Hafenstadt zu unternehmen. Dennoch verlangte das Armeeoberkommando 18, den "Widerstand in Rotterdam mit allen Mitteln zu brechen", um eine schnelle Eroberung der Niederlande zu erzwingen. Die Entscheidung sollte mit einer massiven Bombardierung der mit 620.000 Einwohnern zweitgrößten Stadt des Landes durch die Luftwaffe eingeleitet werden.

Von den Verteidigern inzwischen aufgenommene Übergabeverhandlungen erreichten die deutschen Kommandostellen am 14. Mai zu spät. Nur die zweite Staffel des anfliegenden Kampfgeschwaders 54 konnte durch einen Gegenbefehl zurückbeordert werden. 57 Bomber der im Anflug auf Rotterdam befindlichen ersten Staffel führten den Angriff aus. Über 90 Tonnen Bomben zerstörten die Altstadt, in der über 800 Zivilisten ums Leben kamen, nahezu vollständig. An die 25.000 Häuser brannten aus, 78.000 Menschen wurden obdachlos.

Aufgrund der aussichtslosen militärischen Lage und um weitere Flächenbombardements auf andere Großstädte zu verhindern, kapitulierten die niederländischen Streitkräfte am 15. Mai 1940.

Arnulf Scriba
19. Mai 2015

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