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    Zerschossene sowjetische Panzereinheit im Kessel von Bialystok, 1941

> Der Zweite Weltkrieg > Kriegsverlauf

Die Kesselschlachten bei Bialystok und Minsk 1941

Nach dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion stieß die Panzergruppe 3 unter Generaloberst Hermann Hoth nördlich des Frontbogens von Bialystok keilförmig in das gegnerische Hinterland vor. Im Süden erfolgte der Angriff durch die Panzergruppe 2 unter Generaloberst Heinz Guderian. Am 26. Juni 1941 schlossen sie zusammen mit nachrückenden Infanteriedivisionen zwischen Bialystok und der weißrussischen Hauptstadt Minsk zwei Kessel um vier sowjetische Armeen mit zusammen 43 Divisionen. Die Panzervorstöße erfolgten auf kaum befestigten Straßen. Motorschäden durch Sandstaub überstiegen die Ausfälle durch gegnerische Treffer. Den schnellen Einheiten folgte in Gewaltmärschen die Infanterie, um den von Panzertruppen gebildeten Ring zu verstärken und auszuräumen.

Auch die deutschen Verluste waren aufgrund zähen sowjetischen Widerstands beträchtlich. Verzweifelt versuchten eingeschlossene Verbände, sich aus der Umzingelung freizukämpfen. Jedoch trieben sowjetische Offiziere und Politkommissare ihre Soldaten auch in militärisch aussichtslosen Ausbruchsversuchen in offenen Sturmangriffen direkt in deutsches Feuer und den zumeist sicheren Tod. Mit dem von Josef W. Stalin ausgegebenen Befehl "Halten oder sterben" banden sie deutsche Truppen - ein für die Rote Armee beim Aufbau neuer Verteidigungslinien kostbarer Zeitgewinn, der einen hohen Blutzoll forderte.

Die erste Kesselschlacht des Ostfeldzugs endete am 9. Juli 1941. Ohne Nachschub mussten über 325.000 Rotarmisten kapitulieren und sich in deutsche Kriegsgefangenschaft begeben. Nach Ende der Schlacht bei Smolensk einen Monat später erhöhte sich die Zahl sowjetischer Kriegsgefangener auf rund das Doppelte.

Arnulf Scriba
19. Mai 2015

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