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    Soldaten der Roten Armee auf einem Schlachtfeld bei Charkow, 1942

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Die Schlacht bei Charkow 1942

In der Winterschlacht 1941/42 war die Rote Armee an das westliche Donezufer bei Isjum vorgerückt. Der 100 Kilometer lange Brückenkopf südöstlich von Charkow stellte eine ebenso günstige Ausgangsbasis für weitere Operationen gegen die deutsche Heeresgruppe Süd dar wie die starke sowjetische Stellung bei Woltschansk nördlich von Charkow. Die sowjetische Großoffensive mit rund 640.000 Soldaten und 1.200 Panzern unter Marschall Semjon Timoschenko (1895-1970) begann am 12. Mai 1942 nach Ende der alljährlichen Schlammperiode. Ziel der Offensive war die Einschließung der im Raum Charkow operierenden 6. Armee unter Friedrich Paulus und der Armeegruppe von Generaloberst Ewald von Kleist. Ein anschließender Vorstoß zum Dnepr sollte die deutsche Ostfront im Südabschnitt zum Einsturz bringen.

Die aus dem Isjumer Frontbogen sowie Woltschansk angreifenden Truppen Timoschenkos konnten nach Einbrüchen in die deutschen Verteidigungsstellungen zwar rasch an Raum gewinnen. Eine Einschließung der deutschen Einheiten gelang hingegen nicht. Die nachlassende sowjetische Stoßkraft nutzten Panzerverbände der Armeegruppe von Kleist zu einer Gegenoffensive. Am 17. Mai stießen sie zusammen mit verbündeten rumänischen Truppen von Slawjansk, Barwenkowo und Losowaja nach Norden vor. Aus dem Raum Charkow griff die 6. Armee ebenfalls in einer Zangenbewegung mit Stoßrichtung Süden an. Für die südlich der Stadt massierten vier sowjetischen Armeen erfolgte die Einkesselung vollkommen überraschend. Vergeblich versuchten sie, der am 23. Mai vollendeten Einschließung durch Ausbruchsversuche nach Südosten über den Donez zu entkommen. Nach fünf Tagen waren die sowjetischen Verbände vollständig aufgerieben. Rund 240.000 Rotarmisten gerieten in deutsche Kriegsgefangenschaft. Mit der letzten für die Wehrmacht siegreichen Kesselschlacht im Zweiten Weltkrieg erkämpfte diese sich die strategischen Voraussetzungen für ihre Sommeroffensive von 1942.

Arnulf Scriba
19. Mai 2015

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